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„Tabulose Inventur des Planungsrechts“

Stadt Hanau will Sportsfield-Abriss verhindern – und legt nun „Denkanstöße“ für die 22 Wohnblocks vor

12 Jul 2019 / 19:19 Uhr
Hanau (nic). Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: 22 gut erhaltene, jeweils dreigeschossige Wohnhäuser mit rund 400 Wohneinheiten, die mit überschaubarem Sanierungsaufwand ziemlich zügig bezugsfertig gemacht werden könnten, gruppiert auf einem 13,5 Hektar umfassenden Gelände. Zeitnah könnte hier das Kontingent an bezahlbarem Wohnraum in Hanau deutlich aufgestockt werden. Doch es gibt einen Pferdefuß: Das Areal der ehemaligen Sportsfield-Housing, auf dem sich die Wohnblocks befinden ist, grenzt neben der Bahnstrecke Hanau-Fulda und der Bundesstraße 43a auch noch an den Reifenhersteller Goodyear Dunlop, was nach geltendem Recht eine Wohnnutzung unmöglich macht. Um jene doch zu ermöglichen, bringt die Stadt Hanau nun planungsrechtliche Änderungen ins Spiel.

Eine „tabulose Inventur der bau- und imissionsschutzrechtlichen Regelwerke“, so lautet die Forderung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Denn eben wegen jenen droht der Abriss der 22 Wohnblocks, welche die Stadt Hanau von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erwerben möchte. Laut geltendem Bundesbaurecht werden Konversionsflächen als „grüne Wiese“ angesehen, und dort wiederum dürfen keine Wohngebiete in unmittelbarer Nähe zu Industrieanlagen ausgewiesen werden, sofern diese in Sachen Geruch und Lärm die im Bundesimmissionsschutzgesetz festgeschriebenen Werte überschreiten.

Mehr in der GNZ vom Samstag, 13. Juli.

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