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Viele Fragen bleiben

Widersprüchliche Aussagen im Vergewaltigungsprozess am Hanauer Landgericht

13 Feb 2020 / 17:23 Uhr
Hanau (nic). Am Telefon hört Volker F. (alle Namen geändert) nur ein wirres Gestammel. Die Worte „Mann“ und „geschlafen“ fallen und dann teilt ihm seine Schwester mit, dass sie im Krankenhaus sei. Mit einem unguten Gefühl macht sich Volker F. auf den Weg dorthin und spätestens beim Anblick des großen Blutflecks auf dem weiten OP-Hemdchen, das Simone F. trägt, ist ihm klar, dass etwas Schlimmes vorgefallen sein muss. Später wird sie sagen, dass ihr Bekannter Carsten B. sie vergewaltigt hat. Vor dem Hanauer Landgericht, wo ihm deshalb der Prozess gemacht wird, bestreitet B. die Tat, spricht von einvernehmlichen Sex. Gestern sagten der Bruder und ein Bekannter des mutmaßlichen Opfers aus. Neben einigen Antworten bleiben am Ende dieses dritten Prozesstages viele Fragen offen.

Dass Simone F. das, was an einem Dezembertag 2017 mit ihr passiert ist, freiwillig über sich ergehen ließ, scheint angesichts ihres Verletzungsbildes kaum vorstellbar. Eine Schwester in der Gynäkologischen Klinik, in der sie stationär aufgenommen wird, äußert im Hinblick auf die Verletzungen der Patientin, jene legten nahe, dass diese gerade ein Kind bekommen habe. Nun war die Ursache für Simone F.s schwerwiegende Verletzungen aber mitnichten eine Geburt, sondern vielmehr eine offenbar extrem brutale vaginale und anale Penetration, die zu starken Blutungen und einem Dammriss führte. Während sie zunächst verneint, Opfer eines sexuellen Übergriffs gewesen zu sein, revidiert sie jene Aussage später und gibt bei der Polizei zu Protokoll, dass Carsten B., den sie über eine Kontaktanzeige kennengelernt hat, sie vergewaltigt habe.

Mehr: GNZ vom 14. Februar

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