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Vier Jahre und vier Monate Haft für Drogenhändler

Landgericht Hanau verurteilt 38-Jährigen / Seine Geschäfte wickelte er über ein Kryptohandy ab

24. Januar 2022 / 19:20 Uhr
Hanau (tsl). „Ich hoffe, dass Sie einen Schlussstrich ziehen können und wünsche Ihnen, dass Sie in Zukunft ein geordnetes Leben führen werden.“ Mit diesen Worten beendete Richterin Dr. Katharina Jost am Montag ihre Urteilsverkündung am Landgericht Hanau. Ein 38-Jährige wurde wegen bewaffnetem Drogenhandel in zwei Fällen verurteilt, er soll Kokain und Haschisch verkauft haben (wir berichteten). Die Besonderheit: Seine Geschäfte wickelte er über das sogenannte Krypto-Chat-Portal „Anom“ ab, ein Umstand, der die Gerichte vor große Aufgaben stellt, wie Jost beschrieb. Der Hanauer muss nun für vier Jahre und vier Monate in Haft.

Wie viele andere Kriminelle dachte der 38-Jährige, dass er mit seinem verschlüsselten Kryptohandy abhörsicher kommunizieren kann. Er fühlte sich sicher, schickte sogar ein Selfie. Doch hinter „Anom“ stand eine Plattform, die vom FBI betrieben wurde. Mitte 2020 schnappte die Falle zu: Bei einer der größten Polizeiaktionen gegen das organisierte Verbrechen – der Operation „Trojan Shield“ – wurden mehr als 800 Verdächtige in 16 Ländern festgenommen. In Deutschland waren es laut Bundeskriminalamt 70 Verdächtige – darunter der Hanauer. Das sind nicht die einzigen schier unglaublichen Zahlen: „Glaubt man dem Wikipedia-Eintrag, dann wurden in 18 Monaten 27 Millionen Nachrichten mitverfolgt“, sagte Jost. Dabei wurde deutlich: „Ein Schwerpunkt ist das Rhein-Main-Gebiet.“ In diesem wirkte der Beschuldigte fleißig mit: Im ersten Fall soll der Mann 500 Gramm Kokain und ein Kilogramm Haschisch, im zweiten ein Kilo Kokain und fünf Kilo Haschisch verkauft haben. In einem zum Drogenkurier-Auto umgebauten Fiat wurde weiteres Kokain gefunden. Dazu gesellte sich die Indoor-Plantage im Wohnzimmer, wo 150 Pflanzen heranwuchsen. Als „bewaffnet“ wurde der Handel eingestuft, da der 38-Jährige eine Machete unter seiner Matratze aufbewahrte.

Mehr lesen Sie am 25. Januar in der GNZ.

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