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WhatsApp als Pornofalle

29-jähriger Hanauer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht

15 Jun 2020 / 19:48 Uhr
Hanau (mab). Cyber Grooming nennt man die perfide Masche, mit der ein heute 29-jähriger Hanauer minderjährige Mädchen dazu gebracht haben soll, sich in sexuellen Posen zu fotografieren. Um sich das Vertrauen seiner Opfer zu erschleichen, soll er sich auf WhatsApp und Instagram als Jugendlicher ausgegeben haben, einmal sogar als 13-jähriges Mädchen. Jetzt muss er sich vor dem Hanauer Landgericht unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern in 16 Fällen verantworten. Beim gestrigen Prozessauftakt räumte er die Vorwürfe weitgehend ein – und ließ die Strafkammer umso ratloser zurück.

Auf die geplante Vernehmung der ersten Zeugen verzichtete die Vorsitzende Richterin Coretta Oberländer beim Prozessauftakt. Zu umfangreich war die Einführung des Beweismaterials, darunter Bilder und Videos des Angeklagten und minderjähriger Mädchen, die die Grenze des Erträglichen bei Weitem überschritten. Allein die Verlesung der Anklageschrift durch Staatsanwalt Oliver Piechaczek dauerte nahezu 40 Minuten. Insgesamt muss sich der 29-jährige Hanauer wegen 29 Vorwürfen verantworten. Zu den 16 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern kommen weitere Delikte, darunter Beschaffung, Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung seiner Eltern, wo der Hanauer bis zu seiner Verhaftung im Januar lebte, hatten die Ermittler allein 4 853 Bilder von Kindern in sexuellen Posen entdeckt, dazu entsprechende Videos mit einer Gesamtlaufdauer von sechs Tagen.

Mehr: GNZ vom 16. Juni.

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