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Zu viele Zweifel

Hanauer Vergewaltigungsprozess endet mit Freispruch

17 Mrz 2020 / 17:36 Uhr
Hanau (nic). Es ist der Umgang des Rechtsstaats mit Zweifeln: der Grundsatz in dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten. Er meint nichts anderes, als dass in einem Strafprozess ein Angeklagter dann nicht verurteilt werden darf, wenn das Gericht nach Würdigung sämtlicher Beweise Bedenken im Hinblick auf dessen Schuld hat. Es ist eben jener Grundsatz, aufgrund dessen Carsten B. (Name geändert), der sich wegen Vergewaltigung vor dem Hanauer Landgericht verantworten musste, am Dienstagmittag das Gerichtsgebäude als freier Mann verlassen durfte.

Für die fünfte große Strafkammer unter dem Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Dr. Mirko Schulte blieben am Ende zu viele Zweifel daran, dass Carsten B. seine Bekannte Simone F. (Name geändert) am Nachmittag des 8. Oktober 2017 in deren Wohnung zum Sex gezwungen hatte, wie ihm die Anklageschrift vorwarf. Gleichwohl sich letztlich keineswegs zweifelsfrei herausarbeiten ließ, ob sich das Geschehen an jenem Tag tatsächlich exakt so abgespielt hat, wie der Angeklagte selbst es schilderte, hatten sich im Zuge der Hauptverhandlung doch die Zweifel an der Aussage der Opferzeugin gemehrt, so dass die Kammer am Ende in dubio pro reo entschied.

Mehr: GNZ vom 18. März.

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