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Große Ehre für den „Meisen-Kaiser“

Dr. Karl-Heinz Schmidt erhält das Bundesverdienstkreuz für seinen langjährigen Einsatz im Naturschutz

15. Juni 2022 / 14:37 Uhr
Schlüchtern (re). Es ist schon etwas Besonderes, wenn das Bundespräsidialamt von sich aus anregt, einen Bürger mit dem Bundesverdienstkreuz zu ehren. Landrat Thorsten Stolz jedenfalls hat so etwas in seiner Amtszeit bislang nur sehr selten erlebt, wie er vor einigen Tagen bei einer Feierstunde im Barbarossasaal sagte. In eben jenem Saal in eben jener Feierstunde nämlich verlieh der Landrat gemeinsam mit Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller Dr. Karl-Heinz Schmidt auf Anregung aus Berlin und in Vertretung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Bewegt, ja überwältigt nahm der Geehrte die Auszeichnung entgegen.

Landrat Thorsten Stolz gratulierte Dr. Karl-Heinz-Schmidt auch im Namen des Kreisausschusses zu der Ehrung. „Sie zeigt die hohe Anerkennung und den großen Respekt vor Ihrem Lebenswerk“, sagte er an den seit langen Jahrzehnten aktiven Naturschützer gewandt. Schmidt sei ein ermutigendes Beispiel dafür, dass es sich lohne, vor Ort anzupacken und den Blick auf das Ganze nicht zu verlieren. Seit Gründung der Ökologischen Forschungsstation Schlüchtern im Jahr 2003 sei er deren Vorsitzender und Leiter. „In dieser Zeit hat er gemeinsam mit seinen Mitstreitenden 500 000 Vögel beringt und 30 Millionen Einzeldaten aufgenommen. Dieser Datenschatz ist Grundlage für wissenschaftliche Publikationen, für Doktor- und Diplomarbeiten“, sagte Stolz. Bereits seit über 45 Jahren läuft unter der Leitung des Geehrten ein Langzeitmonitoring, bei dem nisthöhlennutzende Singvögel wie Meisen, Trauerschnäpper und Kleiber, aber auch Siebenschläfer, Haselmäuse, Insekten und Fledermäuse untersucht werden. Sein besonderer Schwerpunkt gilt den höhlenbrütenden Singvögeln und alten Obstsorten. Kein Wunder, dass Schmidt nicht nur in Deutschland, sondern auch international in Fachkreisen hohe Anerkennung genießt.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 17. Juni.