SUCHE

Mit Stickstoff gegen den Brand

Schwelbrand im Spänebunker: Spezialfirma noch tagelang beschäftigt / Einsatz dauerte 27 Stunden

28. Juni 2022 / 20:37 Uhr
Schlüchtern. Es brennt und brennt... in dem Spänebunker der Bergwinkel-Werkstatt des Behinderten-Werks Main-Kinzig am Stadtrand von Schlüchtern. Am Montagmittag war die Freiwillige Feuerwehr Schlüchtern erstmals wegen Rauchentwicklung in der zentralen Heizungsanlage des Unternehmens alarmiert worden – und einen Tag später immer noch im Einsatz.

Das Problem dabei: Die Einsatzkräfte kommen nicht richtig an den Herd des Schwelbrandes heran. Schließlich lagern in dem Silo rund 100 Kubikmeter Späne. Erste vorsichtige Löschversuche mit Wasser brachten keinen Erfolg. Ein Vollstrahl ist ohnehin nicht möglich, da es dann zu einer Staubentwicklung und in Verbindung mit dem Schwelbrand möglicherweise zu einer Staubexplosion mit nicht absehbaren Folgen kommen könnte. Auch bei einem Freischaufeln des Bunkers bestünde diese Gefahr.

Deswegen wurde noch am Montagabend die Feuerwehr der Firma Merck aus Darmstadt zu Hilfe gerufen. Sie leitete über mehrere Stunden bis drei Uhr am frühen Dienstagmorgen von oben Kohlendioxid in den Behälter. Dies diente allerdings nur zu Eindämmung, erklärt Christian Gärtner, Wehrführer der Innenstadt-Wehr. Von vornherein sei klar gewesen, dass damit nicht das Problem komplett gelöst werde. Doch die Deckentemperatur oberhalb der Heizungsanlage, die im unteren Bereich des Silos ist, konnte von 250 Grad auf rund 100 gesenkt werden. Die Schlüchterner Wehr stellte die gesamte Nacht über eine Brandwache, die regelmäßig die Temperatur innen und außen am Behälter kontrollierte. Schon am Montag war Gärtner in Kontakt mit der Fachfirma DMT aus Dortmund. Sie verfügt über Spezialisten beispielsweise im Löschen von Silos. Einer von ihnen Jörg Kayser, Brandschutzsachverständiger bei DMT. Für ihn ist das alles relativ Routine. Im Schnitt brenne in Deutschland ein Silo pro Tag, erklärte er.

Mwehr: GNZ vom 29. Juni.