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Starkes Stück Heimatgeschichte

Bergwinkel-Bote Heimatkalender in Schlüchtern in Corona-zeiten ohne Kalten Markt vorgestellt

26 Okt 2020 / 19:01 Uhr
Schlüchtern (tim). „Der Kalte Markt fällt aus, der Heimatkalender ist da. Ich bin dankbar, dass die Präsentation in diesen belastenden Zeiten wieder in Schlüchtern stattfindet.“ Diese Worte richtete Schlüchterns Stadträtin Marie-Luise Schönherr an Autoren und Verantwortliche zur Vorstellung des neuen Heimatkalenders. Dieser wurde letztmals von Norbert Griebel gedruckt und wird ab dem nächsten Jahr im Druck- und Pressehaus Naumann produziert.

Eigentlich läutet die Präsentation des Heimatkalenders Jahr für Jahr die Kalte-Markt-Zeit in Schlüchtern ein. Eigentlich. Denn der 72. Jahrgang des Bergwinkel-Boten Heimatkalenders kommt ohne das „Fest der Feste“ daher.

„Wenigstens stimmen die Temperaturen“, sagte leicht wehmütig Landrat Thorsten Stolz zur Begrüßung. Er dankte den Autoren, ohne deren Engagement das Schriftstück nicht hätte erscheinen können. „Und das ist keine Selbstverständlichkeit“, hob Stolz hervor. Besondere Dankesworte richtete er auch an zwei Anwesende, ohne deren Engagement der aktuelle Heimatkalender in dieser Form ebenfalls nicht erschienen wäre, und die sich nun ein Stück weit aus der Produktion herausnehmen werden: Dr. Georg-Wilhelm Hanna und Norbert Griebel.

Hanna ist seit gut 20 Jahren Schriftleiter und wird „perspektivisch die Arbeit in jüngere Hände legen“, so Stolz. Die kommende Ausgabe des Heimatkalenders wird er mit Dr. Bernd Giesemann vom Geschichtsverein Schlüchtern erstellen, danach übernimmt Giesemann allein die Verantwortung. Und Norbert Griebel, der den Bergwinkel-Boten seit fast 30 Jahren (Ausgabe 42, 1991) gedruckt hatte, wird diese Aufgabe im kommenden Jahr an das Druck- und Pressehaus Naumann übergeben. Stolz: „Das war in gewisser Weise auch ihr Baby.“ Doch Griebel wird dem Heimatkalender-Team auch weiterhin beiseite stehen und die Chronik verfassen. Ebenso wird Hanna sicherlich noch den einen oder anderen Artikel schreiben, „wenn wir ihn lieb bitten“, berichtete Christine Raedler vom Zentrum für Regionalgeschichte. Laut Thorsten Stolz sei der Heimatkalender inzwischen „selbst ein Stück Geschichte. Was passiert behält seine Lebendigkeit und wird für die Nachwelt festgehalten“. So nannte er als Beispiel die Artikel zur Gründung des Landkreises Schlüchtern vor 200 Jahren oder zu vermeintlichen Hexenverbrennungen in Ulmbach. „Das Spektrum ist unglaublich vielfältig. Ein starkes Stück Heimatgeschichte.“ Und: „Der Begriff ‚Heimat‘ erfährt gerade eine Renaissance. Zur Heimat gehören nicht nur die Menschen, die wir lieben, sondern auch unsere Kulturlandschaft.“ Und diese spiegele sich in dem Schriftstück Jahr für Jahr wider.

Christine Raedler zeigte sich ein bisschen ergriffen, ob des nahenden Abschieds von Hanna. Aber: „Er lässt uns nicht allein. Gott sei Dank.“ Sie lobte den „roten Faden“ als Köder, den Hanna auswerfe, und die Vielfalt der Themen.

Arnold Lifka, Steinaus Interims-Bürgermeister, dankte dafür, ein Stück Heimat in der Hand halten zu dürfen. Die Autoren des Bergwinkel-Botens würden mit ihren Recherchen „bis zum kleinsten Dorf unserer vier S-Kommunen“ vordringen.

Verleger Oliver Naumann sprach von einer „glücklichen Fügung, die uns zusammengeführt hat“. Das Druck- und Pressehaus Naumann verlege seit mehr als 30 Jahren das Pendant zum Heimatkalender „Zwischen Vogelsberg und Spessart“, und bereits sein Vater habe als Lehrling in den 1950er Jahren am Gelnhausener Jahrbuch mitgewirkt. Er richtete seinen Wunsch an die Autoren, dabei zu bleiben, und die „Tradition in die Zukunft“ zu führen. Dem schloss sich auch Schriftleiter Hanna an: „Bleiben Sie uns gewogen.“

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