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„Unsere Besucher sind vernünftig“

Erlebnispark-Betreiber Zwermann über die aktuelle Situation

26 Jun 2020 / 17:54 Uhr
Steinau (re). Der Erlebnispark Steinau steht für Spiel- und Freizeitspaß für die ganze Familie. Bis zu 60 Mitarbeiter in ganz unterschiedlichen Berufen sorgen im Hintergrund dafür, dass der Betrieb reibungslos läuft. Der Park bietet eine große berufliche Vielfalt. Vom Tierpfleger über Gärtner, Schlosser und Eventmanager bis hin zum Bereich Hauswirtschaft reicht die Bandbreite. „Das macht den Erlebnispark zum idealen Kooperationspartner für das Feriencamp zur Berufsorientierung“, sagt Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Zusammen mit Walter Dreßbach, Leiter des Referats für Wirtschaft, Arbeit und digitale Infrastruktur, besuchte er die Freizeiteinrichtung und überreichte als Zeichen der Anerkennung eine Urkunde an Parkbetreiber Theo Zwermann. „Die Schüler der Klassen acht bis zehn konnten in den Herbstferien einen ausgesprochen vielfältigen Einblick in die Berufswelt nehmen“, lobte Wirtschaftsdezernent Ottmann das Engagement des Parkbetreibers.

Initiiert worden war die Veranstaltungswoche von Winfried Ottmann als Reaktion auf den Fachkräftemangel, mit dem einige Branchen bereits zu kämpfen haben. „Das Feriencamp bietet die Möglichkeit, die Arbeitswelt insbesondere in den handwerklichen Berufen zu erkunden und ganz neue Leute kennenzulernen. Auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Das ist im Erlebnispark besonders gut gelungen, denn er steckt voller Attraktionen“, sagte Ottmann.

Auch Parkbetreiber Zwermann zeigte sich angetan vom Feriencamp: „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den jungen Leuten gemacht, das Projekt kam wunderbar an, deshalb sind wir gerne wieder mit dabei.“ Es sei ihm ein besonderes Anliegen gewesen, seine Schützlinge auf den Wert einer guten Ausbildung aufmerksam zu machen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei eine berufliche Qualifikation wichtiger denn je.

Wann das zweite Feriencamp starten kann, können Ottmann und Dreßbach aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht abschätzen. Wichtig ist ihnen jedoch, bei den beteiligten Firmen und Unternehmen Bewusstsein dafür zu schaffen, dass solche Aktionen dazu beitragen, mehr junge Menschen für einen Handwerksberuf zu begeistern. „Es gibt zahlreiche Ausbildungsberufe, die auch ein späteres Studium ermöglichen. Das Feriencamp bietet die Chance, die beruflichen Möglichkeiten praxisorientiert in der Region kennenzulernen“, so Ottmann.

Der Besuch wurde auch genutzt, um mit dem Parkbetreiber über die Herausforderungen angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu sprechen. „Die wirtschaftliche Situation für unsere Unternehmer im Main-Kinzig-Kreis stellt sich unterschiedlich schwierig dar“, sagte Ottmann. „Es geht jetzt darum, das Beste aus der Situation zu machen und sich über Hilfsmöglichkeiten zu informieren. Hier hat der Main-Kinzig-Kreis mit ‚CoroNetz‘ eine Plattform geschaffen, auf der auch Unternehmer Rat und weiterführende Links finden, um Unterstützung bei ganz unterschiedlichen Anliegen zu bekommen.“ Trotz der schwierigen Wochen, die hinter ihm liegen, blickt Zwermann optimistisch in die Zukunft: „Es ist uns gelungen, Kurzarbeit für die Mitarbeiter abzuwenden, obwohl wir nicht wie geplant zum 28. März öffnen konnten.“

Mit Beginn der coronabedingten Einschränkungen haben Zwermann und sein Team damit begonnen, die bestehenden Strukturen im Park zu überdenken, um aus der Not eine Tugend zu machen. Die kleinen und großen Gäste können weiter Karussell fahren, geschlossen sind jedoch das Bällchenbad und die Berg- und Talbahn. Die Karussells fahren jedoch, und auch die vielen anderen Spielstationen stehen bereit, ebenso ist der Tierpark geöffnet. Die Grillstationen und Picknickplätze können genutzt werden – jedoch nur von kleineren Gruppen und Familien. Das Restaurant ist derzeit geschlossen. „Unsere Gäste können sich aber wie sonst auch Picknickkörbe mitbringen und sich an den Kiosken mit Pommes, Würstchen, Kaffee und Eis versorgen“, erklärte Zwermann.

Während der Zeit der Ungewissheit seien viele ermutigende Mails von Parkbesuchern bei ihm eingegangen. „Die Leute sind froh, dass sie wieder zu uns kommen können und halten uns die Treue“, fasst Zwermann zusammen. Gleichwohl ist er sich im Klaren darüber, dass es auch viele Gäste gibt, die aus Angst und aus gesundheitlichen Gründen lieber zu Hause bleiben. Der Park biete jedoch auf seiner zehn Hektar großen Fläche ausreichend Platz im Freien, um sämtliche Abstandsregeln ohne Probleme einhalten zu können. Lediglich im Kassenbereich muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, im Park selbst können sich die Menschen frei bewegen. „Unsere Besucher sind vernünftig und halten sich an die Vorgaben“, bilanziert Zwermann.

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