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Am richtigen Platz

Am Freitag öffnet die Kunstsausstellung „in situ“ in Hirzenhain und Gedern

04 Jul 2019 / 16:02 Uhr

Hirzenhain/Gedern (jek). Am Freitag, 5. Juli, beginnt in Gedern und Hirzenhain ein vierwöchiger Kunstmaraton – Projektname: „in Situ“. Gut 32 Künstler Stellen während dieser Zeit wochenends ihre Werke an drei Orten aus: in den leeren Räumen des Hirzenhainer Buderus-Parks, im Hirzenhainer Kunstgussmuseum wie auch im Gewölbekeller des Alten Rentamts in Gedern.

Mit dem lateinischen Namen der Veranstaltung „in situ“ – am Platz – wollen der Glauburger Schauspieler Markus Karger und der finnische Künstler Jokka Korkeila zum Ausdruck bringen, dass gerade im ländlichen Raum auch moderne Kunst ihren Raum finden kann. „Eigentlich ist es eine Kampfansage“, scherzt Markus Karger. Wer bestimme schon, dass moderne zeitgenössische Kunst nicht auch in der so genannten Provinz an der richtigen Stelle ist? Angestachelt worden sind Karger und Korkelia durch die jüngsten Ideen der Kommunen Hirzenhain, Gedern und Ortenberg, sich interkommunal als „oberes Niddatal“ aufzustellen. In Ortenberg sei die Idee zu „in situ“ gereift. Dort hätten beide viele ungenutzte Geschäfte und Lokale entdeckt. „Das war der Anfang“, sagt Karger, der Rest lief nach dem Schneeballsystem. Leere Geschäfte, die gab es freilich auch in Gedern und Hirzenhain. Läden, in denen sich Kunst ausstellen lassen könnte.

In der ursprünglichen Planung wollten Karger und Korkelia eben auch Ortenberg neben Gedern und Hirzenhian einbeziehen. „Dort gab es am Ende aber nicht so viele Anküpfungspunkte“, wie Karger meint. So blieb es zwar bei drei Ausstellungsorten, in zwei Kommunen.

Mit 17 Künstlern hätten beide angefangen, inzwischen seien 32 zusammengekommen. Ein Großteil kommt aus Joka Korkeilas Heimat Finnland. Ein Teil davon, etwa 20 bis 25, ist auch bei der Eröffnung am kommenden Freitag anwesend. Hier beginnt neben dem Transport der Kunstwerke auch schon die weitere logistische Herausforderung: einen Unterschlupf für die Künstler zu finden. Neben dem Kindergarten in Merkenfritz kommen einige der Aussteller auch in Kargers Wohnung unter.

Neben der Ausstellung an sich plant das Duo auch ein Begleitprogramm: Es gibt einen Gottesdienst, ebenso einen Kunstworkshop für Kinder, bei dem die Jungen und Mädchen auf Entdeckungstour durch die Ausstellung ziehen und am Ende selbst kreativ werden können. Auch Künstlergespräche haben die beiden Organisatoren im Sinn, aber dies sei noch „im Werden“, wie Karger betont.

Was aus den kommenden vier Wochenenden schließlich erwächst, das steht für Karger und Korkeila noch in den Sternen. „Wir schauen erst mal, wie es funktioniert, wie viele Leute wie mobilisieren können“, sagt Karger. Zu diesen Leuten gehören neben den Besuchern auf Freiwillige, die sich während der Öffnungszeiten bereiterklären, als Aufseher etwa zwei Stunden über die Kunstwerke zu wachen. Pro Wochenende brauche es etwas 21 Leute, beziffert Karger. Und sollte die Premiere gut ankommen, kann sich das Duo auch vorstellen, als „Wiederholungstätern“ in Sachen moderner Kunst auf dem Land ein zweites Mal in Erscheinung zu treten.

Die Ausstellung „in situ“ öffnet am Freitag, 5.Juli, in Gedern. Im Anschluss daran ist die Eröffnung des größeren Ausstellungs-Teils im Buderus-Komplex in Hirzenhain vorgesehen.

Schirmherrin der Ausstellung ist die Hessische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich. Die Laudatio hält Antti Kaski, stellvertretender Botschafter Finnlands in Berlin. Kaski ist zudem Mitinitiator eines eigenen Kunstprojekts: „Vienna International Apartment“.

Die Ausstellungseröffnung wird durch die finnische Künstlerin „Islaja“ (Merja Kokkonen) musikalisch gestaltet.

Bereits am Vorabend zur Vernissage wird am Donnerstag, 4. Juli, mit dem Gießen eines neuen Kunstwerkes des estnischen Künstlers Villu Jaanisoo in den ehemaligen Produktionsräumen des Buderus-Kunstgusses der Ausstellungsteil im Kunstgussmuseum eröffnet.

Die Ausstellungen sind in der Zeit vom 5. bis 28. Juli an den vier Wochenenden Freitagabend, samstags und sonntags ganztägig geöffnet.

Das Rahmenprogramm

Am Freitagabend, 12. Juli, spielt die Nordic-Folk-Formation „Strömkarlen“ ein Konzert mit dem Titel „Edda Sanger“ im Naturbad Hirzenhain.

Am Samstag, 13. Juli, gibt es ein Erzählkonzert „Nachts unterwegs oder warum mein Onkel Junggeselle geblieben ist“ mit Johannes Gahl in die Kulturremise Gedern.

Als direkte Kommunikationsmöglichkeit der Künstler mit dem Publikum bieten die Veranstalter an jedem Ausstellungsort insgesamt an drei verschiedenen Terminen (geplant ist jeweils der Donnerstagabend) ein Künstlergespräch. Die Künstler teilen mit den Besuchern die ihren Werken und ihrem künstlerischen Schaffen zugrundeliegenen Gedanken. Die Betrachter der Kunstwerke erhalten so eine Inspiration, das Gesehene auch aus Sicht der Urheber zu begreifen und sich mit deren Perspektiven und kulturellen Hintergründen auseinanderzusetzen. Nach einer kurzen Einführung in die Ausstellung, die Geschichte des jeweiligen Ausstellungsortes und die Vita der jeweiligen Künstler haben die Besucher die Gelegenheit, sich die ausgestellten Werke zu betrachten. In einem moderierten Gespräch mit den Künstlern und dem Kurator können die Besucher Fragen stellen und treten so mit den ausführenden Künstlern in Dialog. Speziell Kindern soll im Zuge der Ausstellung „in situ“ ein Zugang zu zeitgenössischer Kunst ermöglicht werden. Dazu laden die Organisatoren (geplant ist je ein Termin an jedem Wochenende) zu einer kindgerechten Führung durch die Hirzenhainer Ausstellung durch die Kunstpädagogin Vanessa Dippel.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.kultursommer-mittelhessen.de.

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