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Ohne neuen Vorstand: Büdinger Carneval Club droht die Auflösung

04 Jul 2019 / 00:01 Uhr

Büdingen (jek). Dem Büdinger Carneval Club droht das Aus. Zur heutigen Jahreshauptversammlung fand sich kein Nachfolger für die Vorsitzende Diana Kelly, die ihr Amt niederlegte. Auch für den Posten des Vorstandsvize fand sich kein Freiwilliger. Vier Wochen haben die Mitglieder noch Zeit, um eine Lösung zu finden. Dann droht die Liquidation der Gemeinschaft nach 55 Jahren.

Schon zur der ersten Vorstandssitzung nach der diesjährigen Jubiläumskampagne habe Diana Kelly ihren Vorstandskollegen signalisiert, dass sie ihr Amt aus zeitlichen Gründen nicht länger wahrnehmen könne. Erst im vergangenen Jahr hatte Kelly die Vereinsführung von Daniela Gerth übernommen. Gerth war damals nicht erneut angetreten, nachdem sie in der vorangegangenen Kampagne eine finanzielle Fehlentscheidung traf, für die sie die Verantwortung übernahm. Diese Entscheidung kostete den Verein nicht nur erhebliche Teile seiner Rücklagen, sie führte insbesondere zu anonymen Anfeindungen aus den Reihen der Mitglieder gegen Gerth, die auch in die Öffentlichkeit gelangten.

Die schlechte Presse beutelte den Verein im vergangenen Jahr gleich mehrfach. Nach der Wahl Kellys sollte eigentlich Ruhe einkehren, wollten sich die Aktiven des BCC auf die bevorstehende Faschingskampagne konzentrieren. Stattdessen brach erneut Streit aus, über die Besetzung des Elferrats. Einzelne Mitglieder fühlten sich brüskiert davon, dass zum Jubiläum auch Mitglieder befreundeter Karnevalsvereine während der Jubiläumssitzung auf der Bühne Platz nehmen sollte. Der Streit eskalierte vor allem in sozialen Netzwerken und führte letztendlich zum Rücktritt des Senatspräsidenten Manfred Scheid-Varisco von seinen Ämtern.

Nun steht der BCC erneut vor einer Krise, die im schlimmsten Fall mit der Auflösung des Vereins enden könnte. Denn ohne neuen Vorsitzenden oder Vorstandsvize, der die Gemeinschaft rechtlich nach außen vertritt, ist die Gemeinschaft rechtlich handlungsunfähig.

Auch nach einer 15-minütigen Sitzungspause gab es für Wahlleiter Dieter Kosch keinen Vorschlag für einen Nachfolger Kellys. „Ich glaube, es muss jedem bewusst sein, dass wir dann in den nächsten 15 Minuten das Buch zumachen“, mahnte das Präsidiumsmitglied und Senator Kosch vor den Konsequenzen, wenn sich niemand für eines der beiden Ämter zur Verfügung stelle. Doch auch diese Aussicht brachte keines der anwesenden Mitglieder dazu, sich für einen der beiden Posten zu melden.

In vier Wochen kommt der Verein erneut zu einer Hauptversammlung zusammen. Findet sich bis dahin keine Lösung für die Führungskrise, kann der BCC beim zuständigen Amtsgericht beantragen, dass dieses einen Notvorstand einsetzt, für dessen Aufwendungen der Verein jedoch aufkommen müsste. Alternativ können die Mitglieder beschließen, den Büdinger Carneval Club aufzulösen.

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