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Keine Chance
für den Amtierenden

Der Elternbeirat des Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasiums
ist enttäuscht über die externe Besetzung des Schulleiterpostens

18 Mai 2020 / 09:20 Uhr

Büdingen (jek). Wohl schon nach den kommenden Sommerferien soll es einen neuen Schulleiter am Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasium geben. Das hat das Hessische Kultusministerium signalisiert. Namen nennt die Behörde noch keinen. Klar ist wohl nur: Der Wunschkandidat des Elternbeirats, der amtierende stellvertretende Schulleiter Oliver Eissing, wird es nicht. Das Gremium reagiert entsprechend irritiert.

In seinem aktuellen Elternbrief erinnert der Elternbeirat des Gymnasiums daran, dass mit der neuerlichen Entscheidung aus Wiesbaden nunmehr die achte Schulleiterkonstellation binnen sechs Jahren eintrete. „Bezieht man die weiteren Schulleitungsmitglieder ein, war es die zwölfte Schulleitungskonstellation binnen acht Jahren – und auf drei der sechs Positionen stehen schon wieder Neubesetzungen an“, schreibt der Vorsitzende des Gremiums, Tobias Greilich. Der Vorstand des Elternbeirats habe in den vergangenen Jahren vielfach versucht, „zu einem positiven Ausgang dieser Leidensgeschichte beizutragen“. Die bisherige Zusammenarbeit habe den Elternbeirat dazu bewogen, den amtierenden Schulleiter Oliver Eissing während einer Sitzung im September vergangenen Jahres zu ermutigen, sich selbst um die Schulleiterstelle zu bewerben.

Seit 2013 muss das WEG – mit einer Unterbrechung von anderthalb Jahren – ohne Schulleiter auskommen. Damals verließ die langjährige Schulleiterin Susanne Gebauer das Gymnasium, um die Leitung der Internatsschule Schloss Hansenberg zu übernehmen. Im Januar 2016 übernahm die frühere stellvertretende Schulleiterin des Niddaer Gymnasiums, Anne Zingrosch, Gebauers Stelle. Nach rund anderthalb Jahren wurde der „Wirbelwind“, wie Büdingens Bürgermeister Spamer die engagierte Pädagogin einst umschrieb, wohl auf eigenen Wunsch ans Wetterauer Schulamt abgeordnet. Das war im August 2017. Seitdem muss die Schule ohne Führungsspitze auskommen und „nur“ mit einem kommissarischen Schulleiter. Das war bis zu seiner Pensionierung im Januar 2018 der frühere stellvertretende Schulleiter Ulrich Busch, der in Interimszeiten immer wieder in diese Rolle schlüpfte. Ihm folgte Wolfgang Bacher, der sich damals ebenso erfolglos auf den Schulleiterposten beworben hatte. Im April vergangenen Jahres löste Oliver Eissing Wolfgang Bacher aus beamtenrechtlichen Gründen ab.

„Natürlich wissen wir nicht, wer kommen wird, und wir werden der neuen Direktorin/dem neuen Direktor ebenso unvoreingenommen entgegentreten wie Frau Dr. Gebauer, Frau Hörsting, Herrn Busch, Frau Dr. Zingrosch, Herrn Bacher oder Herrn Eissing. Trotzdem möchte ich ganz deutlich sagen, dass es mir um die Zusammenarbeit mit Herrn Eissing sehr leid tut, dass es mir sehr leid tut, wie einmal mehr auf menschlicher Ebene mit Beteiligten umgegangen wird, und dass ich die Personalpolitik von Schulamt und Kultusministerium unwürdig finde, um es vorsichtig zu formulieren“, schreibt Tobias Greilich im Elternbrief.

Dass der amtierende Schulleiter als Wunschkandidat des Elternbeirats nicht zum Zug kommt, liegt offenbar an einem Versetzungswunsch eines bereits amtierenden Schulleiters. Es bestehe immer die Möglichkeit, Leitungsstellen an Schulen im Rahmen einer Versetzung von einer zur anderen Schule zu besetzen, schreibt das für die Personalie zuständige Hessische Kultusministerium. Finde dies auf „Augenhöhe“ statt, sprich auf gleicher Leitungsebene, könne die Behörde das Besetzungsverfahren an dieser Stelle „ganz regulär“ mit einer Entscheidung für die Versetzung beenden. Den Namen des möglichen Nachfolgers von Anne Zingrosch will das Ministerium noch nicht nennen. Noch sei das Verfahren nicht beendet. „Wir können ein solches Verfahren abbrechen, müssen es aber nicht. Hierbei handelt es sich um eine Ermessensentscheidung, die natürlich maßgeblich auf Grundlage der Qualifikation der Person getroffen wird“, schreibt das Ministerium auf Nachfrage. Deutlich wird die Behörde zumindest darin, dass eine Neubesetzung des Schulleiterpostens zum kommenden Schuljahr ansteht: „Zum neuen Schuljahr wird es aber auf jeden Fall eine neue Schulleiterin beziehungsweise einen neuen Schulleiter geben.“

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