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Schnapsidee macht die Runde

Eine Niddaer Bäckerei sorgt mit Mett-Kräppeln für einen medialen Hype

22 Feb 2019 / 13:48 Uhr

Von Jens Kirschner

Nidda. Es war ein medialer Wirbelwind, der vergangene Woche auf die Bäckerei Rank in Nidda einblies. Die Hauptfiliale, keine fünf Minuten zu Fuß vom Rathaus entfernt, stand im Blickpunkt. Vom Hessischen Rundfunk kam die erste Anfrage nach jener Schnapsidee, die dafür sorgte, dass sich später selbst der Norddeutsche Rundfunk dafür interessierte: zwei Hälften eines Hefegebäcks, ausgebacken in Fett, mit einer ungewöhnlichen Füllung in der Mitte.

Es sind wohl gut 50 Gramm Mett, die beide Hälften des Mett-Kräppels zusammenhalten. Die Zwiebelringe kommen noch dazu. Dreht man die Sache um, ist das Ganze eigentlich nur eine Abwandlung des gemeinen Mettbrötchens, das manchem am Tag die erste deftige Mahlzeit ist. Mit dem feinen Unterschied, dass der Hefeteig drumherum gezuckert ist, frittiert und nicht gebacken. Mit dieser Schöpfung verleitete die Bäckerei inzwischen mehrere Medienvertreter dazu, sie zu probieren. Der Redaktionsleiter des Kreis-Anzeigers biss vor laufender Kamera genauso in das Zuckergebäck mit Fleischzugabe wie ein Reporter des Fernsehsenders RTL. Letzterer verbrachte mit einem Team „locker vier bis fünf Stunden“ in Nidda, wie die Tochter des Senior-Bäckermeisters, Theresa Rank, berichtet. Und es war wohl ihr Facebook-Post, der das Ganze überhaupt ins Rollen brachte, respektive den Hessischen Rundfunk auf die Fährte der neuen Kräppel-Variante.

Zu verdanken hat die Welt den Mett-Kräppel wohl vor allem dem örtlichen Niddaer Carnevalverein, die Bäckerei stellt mit ihrer Verkaufsleiterin Annika Krispin dieses Jahr quasi die Prinzessin für die laufende Kampagne. „Die ganze Bäckerei unterstützt sie dabei“, sagt Theresa Rank. Und so sei es auch gekommen, dass eine Delegation des Betriebes die Doktorensitzung besuchte. Mit zunehmender Stimmung habe sich der Hofstaat immer mehr in die Idee – man verzeihe das Wortspiel - vernarrt: „Ein Kräppel so richtig mit Mett, das wär’s. Dann könnte es gleich mit dem Feiern weitergehen“, lautete die Forderung aus den Reihen der Narren. Theresa Ranks Schwester Katharina setzte die Idee aus angeheiterten Sphären kurzerhand um und beschmierte einen Kräppel mit Mett. Et voilá.

Dass die Fleischmasse nicht wie Marmelade direkt in den Kräppel gespritzt wird, liegt übrigens an der Hygiene. Bei wohl keinem anderen Lebensmittel als Hackfleisch ist der Gesetzgeber in Sachen Sauberkeit derart pingelig.

Was sich medial gut anließ, blieb beim nüchternen Blick auf die Verkaufszahlen zunächst hinter den Erwartungen zurück. Etwa 25 Stück zu 2 Euro wanderten pro Woche über den Tresen. Erst mit der zunehmenden Bekanntheit, mit der viralen Verbreitung der pikanten Variante des Süßgebäcks stiegen auch die Verkaufszahlen. Während der Hessische Rundfunk der Idee aus Nidda zumindest im Fernsehen in dessen Boulevardmagazin Maintower nur ein Nischendasein einräumte, ging zumindest RTL Hessen in die Vollen. Dessen Reporter verspeiste einen Mett-Kräppel nicht nur im Selbstversuch, sondern zog mit seinem Team auch los und konfrontierte Niddaer Passanten mit der fleischigen Kreation. Die Reaktion: durchwachsen. Doch zumindest die Bäcker-Töchter Theresa und Katharina Rank konnten sich in dem rund vierminütigen Beitrag des Privatsenders gut in Szene setzen. Und zudem noch verraten, dass sie auch künftig offen für Neues bleiben: mit einem Matjes-belegten Kräppel zur Fastenzeit. Bon appétit!

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