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Zwischen rot und grün

Der Himbacher Eric Duda will als
Bürgermeisterkandidat in Limeshain antreten

22 Jan 2020 / 10:46 Uhr

Limeshain (jek). Der Limeshainer Bürgermeister Adolf Ludwig (SPD) wird im April wohl doch nicht als einziger Kandidat im Kampf um die Rathausspitze antreten. Die Grünen stellen mit dem Himbacher Eric Duda ebenso einen Kandidaten, wie die Partei nun bekannt gab.

Der Elektrotechniker will im Fall seines Sieges insbesondere mehr Transparenz walten lassen, als dies in den vergangenen Jahren der Fall gewesen sei. Ebenso will er verhindern, dass ungeliebte Bauprojekte aus den Metropolen in die ländliche Region „abgeschoben“ werden.

Abzielen dürfte er mit beiden Punkten auf das Interkommunale Gewerbegebiet Limes, an dem auch die Gemeinde Limeshain beteiligt ist. Ludwigs Partei, die Sozialdemokraten, stehen in dieser Sache im Zwist mit dem regionalen Bauernverband. Der wirft der Limeshainer SPD vor, in einem Infobrief mit falschen, überhöhten Angaben über Schadstoffe in den Ackerflächen gearbeitet zu haben. Demnach wäre eine andere Nutzung der Grundstücke jenseits einer Bebauung nicht darstellbar. Der Bauernverband erwiderte öffentlich mit einem Gegengutachten, das handwerkliche Fehler der Expertise aufdecken sollte, auf das sich die SPD Limeshain mit ihrer Aussage bezog. Seitdem herrscht Funkstille.

Duda will die „Natur und Kultur“ zum Vorteil der Bürger nutzen, anstatt sie zu gefährden. Unter anderem will er die Direktvermarktung regionaler Produkte fördern und Projekte wie den Himbacher Dorfladen forcieren, vielleicht darüber hinaus auch einen Wochenmarkt etablieren.

Ebenso will er sich für eine „zeitgemäße“ Anbindung der Limeshainer Ortsteile an Hanau und das Rhein-Main-Gebiet beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einsetzen. „Es kann nicht sein, dass es mit dem ÖPNV mehr als eineinhalb Stunden dauert, von Himbach an den Frankfurter Südbahnhof zu gelangen, wenn das von Hanau aus in 14 Minuten geht!“, meint der 46-Jährige, der mit seiner Partnerin in Himbach wohnt.

Sein Vorschlag: eine bessere Verbindung nach Ostheim, von wo aus Pendler mit dem Zug weiter ins Rhein-Main-Gebiet fahren können. Diese Lösung findet Duda zumindest eleganter als eine Anbindung über Altenstadt. Rund 30 Minuten weniger an Fahrtzeit verspricht er sich hiervon.

Duda wechselte Ende vergangenen Jahres von der SPD zu den Grünen. Eigentlich komme er aus einem sozialdemokratischen Haus, dennoch ist es nicht der erste Austritt aus der SPD. Während er mit 16 erstmals beigetreten sei, kündigte Duda 1999 zum ersten Mal seine Parteimitgliedschaft. Das sei allerdings eher darin begründet gewesen, dass er keine Zeit mehr für ein politisches Engagement habe finden können. Im Jahr 2017 wiederum trat er erneut den Sozialdemokraten bei, diesmal auch, um gegen die Groko stimmen zu können. Seinen jüngsten Austritt und den damit verbundenen Wechsel zu den Grünen begründet Duda mit mehreren Ereignissen: neben dem Verhalten der Genossen um die Personalie des einstigen Verfassungsschutzchefs Hans-Georg Maaßen sei auch der Umgang der Limeshainer Genossen mit der Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets Limes Grund für seinen Wechsel gewesen. „Ich bezeichne mich als Rot-Grüner“, sagt der 46-Jährige über sich selbst. Die SPD liege ihm als Partei noch immer am Herzen. Schlussendlich finde er aber, dass die Grünen die Probleme der Zeit besser angehe als die Genossen. Klar ist ihm aber auch, dass der politische Mitbewerber, derzeit nur die SPD, diese Wechsel sicherlich im Wahlkampf aufgreifen werde.

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