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Jeder ist ein potentielles Risiko

Bad Orb: Europaweite Aktionswoche zu Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss

17. Mai 2022 / 13:01 Uhr
Bad Orb/Schlüchtern (nh). Im Rahmen einer europaweiten Aktionswoche haben am Mittwoch in Bad Orb und Schlüchtern Verkehrskontrollen stattgefunden. Schwerpunkt der Aktion waren Alkohol- und Drogenvergehen.

Zwei Polizisten stehen neben einem weißen Kombi, einer auf der Fahrerseite, einer auf der Beifahrerseite. „Wir haben es hier mit einem Steuervergehen zu tun“, erklärt Polizeihauptkommisar Thomas Leipold. Obwohl der Fahrer einen Wohnsitz in Deutschland angemeldet hat, fährt er weiter mit einem litauischen Kennzeichen und führt dort auch seine Steuern ab. Die seien deutlich niedriger, wie Leipold anmerkt.

Auch solche Vergehen entdeckte die Polizei bei ihrer Verkehrskontrolle am Mittwoch. Von 14.30 Uhr bis 17 Uhr waren insgesamt 14 Polizisten in Bad Orb im Einsatz. In erster Linie achteten sie jedoch auf Alkohol- und Drogenvergehen.

„Wir haben hier wahrscheinlich jemanden“, sagt einer der Polizisten zu Leipold. Der Drogentest des Fahrers einer schwarzen Limousine ist positiv auf Kokain. „Er hat bereits zugegeben, dass er am Wochenende etwas genommen hat“, sagt der Polizist.

Im Gegensatz zu Alkohol ist Drogenkonsum häufig noch mehrere Tage später nachweisbar. Wenn ein Fahrer im Verdacht steht, Drogen genommen zu haben, muss er zunächst einen Urintest machen. Mit einem weiteren Schnelltest können die Polizisten nachweisen, welche Substanz sich im Blut befindet. Ist der Test positiv, muss das Blut des Fahrers von einem Arzt untersucht werden. Seine Fahrt ist allerdings beendet, die Polizisten durchsuchen sein Auto auf gegebenenfalls mitgeführte Substanzen. So auch bei dem Fahrer der schwarzen Limousine, der zudem noch ohne Führerschein unterwegs ist. Er muss sich nun auf eine Anzeige einstellen, genauso wie der Halter des Fahrzeuges, der in Verdacht steht, den Drogensünder ohne Führerschein sein Auto fahren gelassen zu haben.

Die Polizisten haben nun den Fahrer eines BMWs ins Auge gefasst, den sie herauswinken wollen. Doch als der Fahrer die Verkehrskontrolle entdeckt, wendet er sein Fahrzeug und will Richtung Jossgrund fliehen. Die Polizei nimmt die Verfolgung auf und kann das Auto noch im Orber Stadtgebiet stellen. Der Drogentest schlägt an, auch er muss zum Bluttest.

Ziel der europaweiten Aktion ist es, die Autofahrer zu sensibilisieren, wie Leipold erklärt. Organisiert wurde die Aktionswoche von „Roadpol“, einem Netzwerk europäischer Verkehrspolizeien. „Jeder Fahrer, der unter Einfluss von Alkohol oder Drogen steht, ist ein potentielles Risiko und kann im schlimmsten Fall einen tödlichen Unfall verursachen“, warnt der Polizeihauptkommisar.

In zweieinhalb Stunden kontrollierten die Polizisten etwa 50 Autos. Neben den drei Vergehen und einigen kleineren Delikten waren alle Autofahrer vorschriftsmäßig unterwegs. „Darüber können wir uns natürlich auch freuen, denn das zeigt, dass der Großteil der Autofahrer sich an die Regeln hält“, sagt Leipold.

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