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Von Hupfdohlen zu kraftvoller Akrobatik

Viktoria feiert 125-jähriges Bestehen / Letzte Probe des Männerballetts

05 Feb 2017 / 13:41 Uhr
Bad Orb (nu). Bald öffnen sich die Türen der Konzerthalle und geben den Weg frei in das närrische Treiben kostümierter Jecken. Der Grund: der Geselligkeitsverein Viktoria lädt zu seinem 125-jährigen Bestehen in seine Narrhalla zu Numbelsitzung und eine Woche später zur Jubiläumssitzung ein. Das Programm ist vielfältig, gespickt mit einer leichten Würze von Nostalgie, einer Prise großem Karneval aus einer der Hochburgen närrischen Treibens, und mit bekannten und beim Publikum beliebten Auftritten.

Die Büttenredner haben mit einigem Zeitaufwand das Thema sorgsam ausgewählt und die passenden Texte ihrer Reden „gestrickt“, auf das die Narren im Saal sich vor Lachen schütteln werden. Seit den Sommermonaten wird im Trainingsraum der Viktoria im Haus der Vereine vor den Spiegelwänden fleißig trainiert. Die Tanzgruppen trafen sich wöchentlich, um die Choreographie des Tanzes sowie den Rhythmus der Musik in Einklang miteinander zu bringen. Auch die passenden Kostüme zu den jeweiligen Shownummern warten auf ihren Auftritt. In der Faschingszeit steht während ihrer Regentschaft den Narren eine weibliche Garde zur Seite, deren Anblick manches Männerherz höher schlagen lässt.

Wie gewohnt werden die drei Garden der Viktoria mit flotten Schritten über das Parkett wirbeln und ihre Beine im Gleichklang in die Höhe schwingen. Eine Augenweide für die Zuschauer, die auf die Girltruppen der Revuetheater aus den 1920er und 1930er Jahren zurückzuführen ist. Was dem einen seine Augenweide, das ist dem „annern sei’ Freud“. Denn zu den Tanzgruppen zählt auch ein Männerballett, auf das sich vor allem das weibliche Publikum freut.

Der Auftritt der muskulösen Herren vom Männerballett war in den vergangenen Jahren von einem triumphalen Einmarsch in den großen Saal der Konzerthalle geprägt, und bereicherte die Show der Fremdensitzung mit Ideenreichtum bei Tanz und Akrobatik sowie Show und Darstellung.

Früher war das Männerballett eine Gruppe von in Frauenkleidung gehüllter männlicher Hupfdohlen, die in sehr weiblichem Outfit viel nackten Oberkörper sowie einige Speckröllchen zeigten und kräftig mit ihren unrasierten Beinen wippten. Heute präsentieren sie jedoch kraftstrotzende Akrobatik, ausgefallene Choreographie mit gelungenen Tanzeinlagen sowie kraftvollen Hebefiguren – und muskelbepackte Bodies. Dennoch fehlt selten die Reminiszenz an die Anfänge des klassischen Männerballetts mit synchron in die Höhe schwingenden Männerbeinen.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 6. Februar.

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