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Ahler Stausee: Frau steckt im Schlamm fest

Feuerwehr muss zur Rettung anrücken / Ihren Hund hielt die Frau tapfer über der Oberfläche

19. Juni 2022 / 18:50 Uhr
Bad Soden-Salmünster-Ahl (re). Die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster ist am Samstag gegen 9.55 Uhr zu einem Hilfeleistungseinsatz unter dem Stichwort „Person in Zwangslage – Menschenleben in Gefahr“ an den Ahler Stausee alarmiert worden. Ein Mitarbeiter der Leitstelle war privat auf der Staumauer und nahm die Hilferufe der Frau war, die im weichen Erdboden des weitgehend abgelassenen Stausees steckte und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Er alarmierte die Hilfskräfte über den Notruf und lotste die Einsatzkräfte zur Einsatzstelle.

Die Feuerwehren aus Ahl, Salmünster und Bad Soden waren in kurzer Zeit vor Ort. Über die trockene Rettungsboot-Slippingstelle und den trockenen Weg konnten die Einsatzfahrzeuge weit vorrücken. Die Person steckte bis zur Hüfte tief fest und hatte einen Hund (Bruno) dabei, den sie während der ganzen Zeit tapfer und stark über dem Schlammboden hielt. Nach Erstansprache und Beurteilung des Notarztes waren beide unverletzt und ruhig, allerdings wurde die Sonneneinstrahlung immer stärker. Über 30 Grad Celsius wurden für den Tag erwartet. Die Feuerwehr übernahm die Betreuung und leitete die Menschenrettung und Tierrettung ein, musste dabei aber darauf achten, selbst nicht zu versinken.

Die Drehleiter konnte durch den gefluteten Weg bis kurz zur sonst versunkenen Holzbrücke vorrücken und von dort aus mit der Ausladung zur feststeckenden Person gelangen. Parallel gelangten Einsatzkräfte mit gesicherten Spineboards und Schleifkorbtrage über den matschigen Boden kriechend ebenfalls zur Person in Zwangslage. Hund Bruno steckte nicht fest und konnte zuerst in Sicherheit gebracht werden, Angehörige der Frau warteten bereits am sicheren Ufer. Dann erfolgte die Rettung der Person aus dem Matsch. Die Einsatzkräfte gruben sie soweit möglich frei und die Drehleiter zog sie raus. Um 10.35 Uhr war sie befreit. Mit der Drehleiter konnte sie dann ebenfalls sicher das Ufer erreichen und wurde vom Rettungsdienst durchgecheckt. Auch die Einsatzkräfte – zwar voller Matsch und Wasser – erreichten wieder sicher den befestigten Weg.

Sicher ein nicht ganz alltäglicher Einsatz für die Feuerwehr, aber auch bei solchen Hilfeleistungseinsätzen gelang die Zusammenarbeit in der Feuerwehr und mit dem Rettungsdienst wieder hervorragend. Vor Ort waren ebenfalls Verantwortliche des Wasserverbands Kinzig, die für den Betrieb der Kinzigtalsperre zuständig ist. Sie äußerten sich ebenfalls überzeugt von der guten Leistung der Einsatzkräfte, auf die immer Verlass sei. Aber eigentlich hoffen alle, dass solche Menschenrettungen möglichst nicht notwendig werden.

Der Wasserverband Kinzig und die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster haben daher auch warnende Worte. Zurzeit ist das Wasser der Kinzigtalsperre – wie vielfach berichtet – wegen Wartungsarbeiten abgelassen. Das Landschaftsbild gleicht einer Wattlandschaft und ist sicher für alle besonders interessant anzuschauen. Es besteht jedoch höchste Lebensgefahr, wenn man sich auf die vermeintlich trockenen Stauseebodenflächen begibt. Immer wieder gibt es Stellen, in denen man sehr tief einsinken und sich nicht mehr selbst befreien kann, so wie am Samstagmorgen passiert. Daher sind die Zugangswege auch mit einem Zaun abgesperrt, und Hinweisschilder warnen an verschiedenen Stellen vor der Lebensgefahr.

Die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster war im Einsatz mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser der Feuerwehr Ahl, dem Tanklöschfahrzeug und Rüstwagen der Feuerwehr Salmünster, der Drehleiter und dem Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Bad Soden sowie ein Mannschaftstransportfahrzeug. Der Rettungsdienst war mit einem Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug an der Einsatzstelle.

Weitere Informationen zu Feuerwehr gibt es im Internet unter www.feuerwehr-bss.de.

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