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Alkohol als Hauptproblem

Salmünsterer Mordprozess: 43-Jähriger spricht von Exzessen bei der Ehefrau

31 Aug 2020 / 20:48 Uhr
Bad Soden-Salmünster (ls). Jener Tag im September 1999, als er seine spätere Frau kennenlernte, sei früher der schönste Tag in seinem Leben gewesen. Heute ist es für ihn der traurigste. Erstmals ergriff gestern am zweiten Prozesstag der wegen Mordes vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Hanau angeklagte 43-Jährige das Wort. Der Kroate soll laut Anklage am 18. Februar dieses Jahres seine Frau in der gemeinsamen Wohnung in Salmünster erstochen haben.

Unter Vorsitz der Präsidentin des Landgerichts Susanne Wetzel schilderte der Mann über mehrere Stunden sein bisheriges Leben. Dabei machte er die angebliche Alkoholsucht seiner Frau für die Probleme in der gemeinsamen Ehe verantwortlich. Sich selbst beschrieb er als ruhigen Typen, der sich im Leben stets bemüht habe, den Schwächeren zu helfen. Nie habe er sich etwas zu Schulden kommen lassen, wovon sowohl das deutsche als auch kroatische Vorstrafenregister zeugte, welche beide ohne jeglichen Eintrag sind.

Im Gegenteil: Früher war es sein Wunsch, Polizeibeamter in der Heimat zu werden. Dieser ließ sich allerdings aus finanziellen Gründen nicht in die Wirklichkeit umsetzen. Also begann er zunächst eine Lehre zum Verkehrstechniker, die er jedoch schon nach rund einem Jahr abbrach. Es folgte eine Ausbildung zum Elektriker, die er erfolgreich abschloss.

Doch in seinem Beruf waren die Stellenaussichten schlecht. Also wechselte er in die Sicherheitsbranche. Er bewachte Geldtransporte, arbeitete als Türsteher in Clubs und sicherte Einkaufsläden oder andere gefährdete Objekte. Da er aktiv Taekwondo und Kickboxen betrieb, brachte er für die Security-Branche gute Voraussetzungen mit. Vor Gericht erzählte er, dass er als Kickboxer sogar kroatischer Meister wurde.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 1. September.

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