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Ein Witz, der zum Tode führte

Eucharistiefeier in St. Peter und Paul erinnert an Joseph Müller

08 Mrz 2019 / 16:45 Uhr
Bad Soden-Salmünster (bak). Am Sonntag erinnert eine Eucharistiefeier in der katholischen Kirche St. Peter und Paul um 10.30 Uhr mit Prälat Heinrich Günther aus Hildesheim an den 75. Todestag des Priesters Joseph Müller. Prälat Günther ist Koordinator für den Initiativkreis zur Seligsprechung des Geistlichen. Es schließt sich um 12 Uhr ein Fastenessen im Joseph-Müller-Haus an. Um 13.30 Uhr spricht dann Prälat Günther zu Leben und Wirken des Pfarrers, dessen Namen das katholische Gemeindehaus in Salmünster trägt.

Joseph Müller war wegen Wehrkraftzersetzung gemäß § 5 der damals geltenden Kriegssonderstrafrechtsverordnung 1944 vor dem Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und nur wenige Tage später hingerichtet worden. Zum Anlass hatten die Nationalsozialisten einen Witz genommen, den Joseph Müller an einem Krankenbett erzählt haben soll.

Demnach habe sich ein Verwundeter, der im Sterben lag, Fotografien von Adolf Hitler und Reichsmarschall Göring zu seiner Rechten und seiner Linken legen lassen. Daraufhin soll der Soldat erklärt haben: „Jetzt sterbe ich wie Christus.“ Der Vorwurf der Nationalsozialisten lautete: Müller habe Hitler und Göring dadurch mit den beiden Schächern verglichen, die an der Seite Jesu gekreuzigt worden waren. Joseph Müller soll sich im Laufe des Verfahrens standhaft geweigert haben, den Namen desjenigen zu nennen, der ihm diesen Witz erzählt hatte. Der Geistliche war das jüngste von sieben Kindern des Salmünsterer Kantors und Lehrers Damian Müller und dessen Ehefrau Augusta. Nach dem Abitur hatte er als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teilgenommen, wobei er sich eine schwere Verletzung zuzog.

Mehr dazu in der GNZ vom 9. März.

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