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Infektionsschutz versus Kurssystem

Henry-Harnischfeger-Schule: Am integrierter Gesamtschule fehlt Klassentrennung

03 Sep 2020 / 18:39 Uhr
Bad Soden-Salmünster (bak). An der Henry-Harnischfeger-Schule schlagen die Wellen hoch. Der Drahtseilakt zwischen Infektionsschutz aufgrund der Covid19-Pandemie und den pädagogischen Ansprüchen einer integrierten Gesamtschule sowie das Miteinander innerhalb dieses Prozesses waren in einer Schulelternbeiratssitzung mit interessierten Eltern, aber ohne Schulleitung im Spessart-Forum Thema.

Stein des Anstoßes ist ein Pandemie-Lerngruppen-Konzept der Schule, dass feste Lerngruppen entsprechend der Wahl der zweiten Fremdsprache vorsah. Die Differenzierung ensprechend der Kurse A, B und C, die Gymnasial, Real- und Hauptschul-Niveau entspricht, sollte in Form von binnendifferenziertem Unterricht stattfinden. Am vorletzten Ferientag hatte das Kultusministerium den Hygieneplan 5.0 herausgegeben. Der enthält die Formulierung „Lerngruppen erwünscht“. Im Regelunterricht werden die Jahrgänge an einer integrierten Gesamtschule in den verschiedenen Fächern je nach Kursniveau gemischt und von einer Vielzahl an Lehrkräften unterrichtet. Für den stellvertretenden Schulelternbeiratsvorsitzenden Steffen Sturm ist die Schule damit einen Schritt zu weit gegangen: „Das gehe schulrechtlich einfach nicht!“ Aufgrund einer mündlichen Anweisung des staatlichen Schulamts in Hanau ist damit auch seit dieser Woche Schluss. Das Kultusministerium habe Regelbetrieb angeordnet. Damit müssten Kinder aus Risikogruppen jetzt daheimbleiben, so ein Elternteil.

Auslöser sei der Anruf eines Elternteils bei den Juristen des Kultusministeriums. Katrin Klas-Frenzel nannte diesen Vorgang „eine Verweigerung jeglicher Kommunikation.“ Sowohl die Schulleitung als auch das zuständige staatliche Schulamt wurden übergangen. Eine nachgewiesene Covid-19-Infektion im Jahrgang führe zur Schließung der gesamten Schule. Denn wenn die unterrichtenden Lehrkräfte in Quarantäne müssten, erhielten sie auch die anderen Jahrgänge keinen Präsenz-Unterricht mehr, argumentierte Jens Bannert. Als Mitglied der Schulkonferenz mahnte Torsten Buchhold einen hochgradigen Mangel an Kommunikation durch die Schulleitung an. Die Schulkonferenz aus Lehrer, Schüler und Eltern hätte aufgrund der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses dem Pandemie-Lerngruppen-Konzept zustimmen müssen, wurde aber nicht einberufen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 4. September.

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