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Milder Winter macht Fische krank

Energiemangelsyndrom verursacht Fischsterben in der Kinzigtalsperre

18 Mai 2020 / 18:29 Uhr
Bad Soden-Salmünster-Ahl (re). Die Kinzigtalsperre bei Ahl hat nicht nur zentrale Bedeutung für den Hochwasserschutz an der Kinzig, sie ist auch ein Gewässer mit hohem Naherholungswert. Gerade deshalb hatte in der vergangenen Woche ein Fischsterben Sorge bereitet. Die Ursache ist inzwischen geklärt. Der viel zu milde Winter macht den Fischen schaffen, denn statt Winterruhe sind sie aktiv, und im Frühjahr geht einigen Fischen dann die Energie aus – letztlich eine Folge des fortschreitenden Klimawandels.

Zur Klärung der Ursache des in den vergangenen Tagen in der Kinzigtalsperre aufgetretenen Fischsterbens wurde vom Wasserverband Kinzig der vereidigte Fischereisachverständige Dr. Gerhard Rudi Pelz aus Petersberg beauftragt. Er kam zu dem Ergebnis, dass es sich primär um ein als „Energiemangelsyndrom” (EMS) bekanntes komplexes Krankheitsbild handelt, das auf folgende Ursachen zurückzuführen ist: Während Fische in „normal kalten” Wintern unter Eis mit geringer Aktivität in strömungsgeschützten Tiefstellen verharren und dadurch ihren Energieverbrauch minimieren, wurde diese „Winterruhe” durch die ungewöhnlich milde Witterung im vergangenen Winter unterbunden. Der erhöhte Stoffumsatz bei zugleich geringem Nahrungsangebot bewirkte einen Energiemangel, der im Frühjahr nicht mehr ausgeglichen werden konnte. Tödlich war dies für einen nur kleinen Teil des Fischbestands der Kinzigtalsperre.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 19. Mai.

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