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Schmerzerfüllt und düster

Bad Soden-Salmünsterer Passionskonzert an Karfreitag online zu erleben

06 Apr 2021 / 20:15 Uhr
Bad Soden-Salmünster (bak). Am Karfreitag erklang in der evangelischen Erlöserkirche in Bad Soden das Passionskonzert „Via Crucis“von Franz Liszt (1811 bis 1886). Opernsänger Pere Llompart ließ das Werk gemeinsam mit dem Konzertmeister und Dirigenten Jan Polivka am Flügel lebendig werden.

Liszt hatte die Sätze entlang der Kreuzwegstationen mit verschiedenen Besetzungen und Stilen nebeneinander gestellt, rein instrumentale Teile durch kurze rezitativische Einwürfe des Baritonsolisten unterbrochen. Liszt reihte eigene und historische musikalische Elemente aneinander und hatte die Textzusammenstellung selbst vorgenommen. Darin mittelalterliche Hymnen und Gesänge und Evangelientexte in lateinischer Sprache mit Chorälen in deutscher Sprache kombiniert. So erklangen Paul Gerhards “O Haupt voll Blut und Wunden“ ebenso wie Friedrich Spees „O Traurigkeit, o Herzeleid“.

Jesu Verurteilung zum Tod lässt Jan Polivka wild und aufgebracht erklingen. Der Weg, auf dem Jesus sein eigenes Kreuz trägt, mündet in einen Moment der Stille, bevor er erstmals fällt, was in einen Schrei mündet.

Liszt hatte den ersten Tönen des gregorianischen Hymnus „Vexilla regis“ das Material entnommen, das die Komposition prägt. Düstere Ausdrucksstärke liegen in Musik und Gesang und Jan Polivka setzt in den schmerzerfüllten Passagen, wo Frauen und Mütter weinen mit seiner klaren Kopfstimme wunderbare Akzente.

Zwar scheint das Werk am Ende offen zu bleiben, da es keinen harmonischen Abschluss gibt, es öffnet sich aber ein beinahe tänzerischer Horizont. Pere Llompart füllte mit seinem tragenden Bariton mühelos das gesamte Kirchenschiff.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 7. April.

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