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Stigmatisierung durch Müllsack?

Verwaltung der Kurstadt rechtfertigt Umstellung auf neues System

23 Jul 2019 / 18:06 Uhr
Bad Soden-Salmünster (lis). Wenn jemand aus unterschiedlichen Gründen seine Körperausscheidungen nicht selbst kontrollieren kann, ist er froh über jede Unterstützung. Hilfe bietet die Stadt indem sie kostenlos eine Anzahl Müllsäcke zur Entsorgung der Hilfsmittel zur Verfügung stellt. Diese Müllsäcke, die in diesem Jahr neu eingeführt wurden, sind für eine Dame Grund zur Kritik. Bisher wäre Menschen, die Erwachsenen-Windeln nutzen müssen, eine Mülltonne zur Verfügung gestellt worden, nun stünden die Säcke vor dem Haus und jeder könne sehen, dass da jemand ein Problem habe.

Sie sieht es als eine Art Stigmatisierung der Betroffenen an. Zudem seien die Säcke für manchen alten Menschen schwer zu handhaben und schwer zu transportieren. „Die Säcke sind schwer und müssen verschlossen werden. Das können viele alte Menschen nicht“, sagt sie. Zudem sei der Geruch aus den noch unverschlossenen Säcken ein großes Problem. Ein Gespräch mit Bürgermeister Dominik Brasch und eine Eingabe an den Magistrat hätten zu keiner Änderung geführt, erklärte sie.

Seit vielen Jahren stellte die Stadt Betroffenen, die die Bedürftigkeit mit einem ärztliches Attest belegen müssen, eine Mülltonne mit nächstgrößerem Inhalt als ihre bisherige, aber zum selben Preis zur Verfügung, erklärt Christian Buhl, Leiter des Ordnungsamtes, auf Nachfrage. Der Aus- und Rücktausch der Mülltonnen war mit erheblichem Aufwand verbunden und es hätten sich auch schon mal Hinterbliebene gewundert, warum sie nach dem Tod eines Angehörigen eine kleinere Mülltonne haben sollten.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 24. Juli.

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