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Ein schaurig-schöner Premierenabend

Projekt „Kurparkfarben“ im Kurpark in Bad Soden: Stücke von Shakespeare bis Schiller in Szene gesetzt

02 sep 2018 / 17:37 Uhr
Bad Soden-Salmünster (lr). Am Samstagabend ist der Kurpark in Bad Soden zum ersten Mal in den „Kurparkfarben“ erstrahlt. Zwischen den illuminierten Lichtakzenten erwartete die große Zahl an Besuchern der Veranstaltung szenische Aufführungen namhafter Theaterstücke. Von William Shakespeare bis Friedrich Schiller war für jeden Geschmack, ob Groß oder Klein, etwas dabei.

„Die Veranstaltung planen wir schon seit August 2017“, erzählte Projektkoordinatorin Carina Zeller. Nach dem Projekt „Fassadenfarben“, welches seit 2010 in der Salmünsterer Altstadt regelmäßig veranstaltet wird, schlug die Kurverwaltung nun dieses Projekt im Kurpark vor. Bei der Umsetzung der „Kurparkfarben“ waren insgesamt 30 Mitarbeiter, vom Aufbau über den Getränkeverkauf und der Technik, beteiligt. „Wir haben für die Lichtinstallationen knapp 2 Kilometer Kabel und 100 Lampen aufgestellt“, berichtete Zeller. Diese Installationen haben sich auch gelohnt. Zusammen mit dem Ensemle feelX wurden die kleinen Theaterstücke konzipiert und aufgeführt. Nachdem gegen 18 Uhr die Veranstaltung offiziell begonnen hatte und noch eher mäßig besucht war, wurde der Platz an der Saline als es dämmerte immer voller.

So durfte auch eine Begrüßung durch die Kurverwaltung, dem Intendanten des Ensemles feelX, der Projektkoordinatorin und dem Bürgermeister nicht fehlen. Als Kurdirektor hieß Stefan Ziegler alle Besucher willkommen und bedankte sich für die Zusammenarbeit mit dem Ensemble feelX. Ebenfalls begrüßte Carina Zeller als Projektkoordinatorin die vielen Besucher und gab einen kurzen Überblick über das abendliche Programm. Die Theaterstücke wurden als Führung angeboten. So musste sich jeder, der teilnehmen wollte, eine Karte kaufen und für eine der fünf Führungen anmelden. „Ich wünsche allen heute Abend viel Spaß und bedanke mich bei den vielen Helfern, wie der Technik, den Stückeschreibern und der Kurverwaltung.“ Leider musste Zeller den Besuchern auch mitteilen, dass es am Samstagabend kein Feuerwerk geben wird. Aufgrund der immer noch anhaltenden Trockenheit, sei die Brandgefahr einfach zu hoch.

Auch Bürgermeister Dominik Brasch begrüßte die Besucher und erzählte, dass „Kurparkfarben“ ein Teil des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda sei und sogar vom Land Hessen unterstützt wird. „So bunt wie in Bad Soden-Salmünster ist es nur hier“, sagte Brasch. Er freute sich über die zahlreich erschienenen Besucher und auf den schönen Abend. Der Vorsitzende des Ensemble feelX, Felix Wiedergrün, bedankte sich ebenfalls bei den Besuchern für ihr Kommen und wünschte allen viel Spaß. Wiedergrün gab auch einen kleinen Vorgeschmack über das anstehende Programm im November von feelX. Ab dem 10. November spielt die Gruppe die Travestiekomödie „Ganze Kerle“. Mit der aufkommenden Dunkelheit erstrahlte das Spessart-Forum, das Kurhaus und der gesamte Kurpark in den unterschiedlichsten Farben. An den Gebäuden wurden verschiedene Akzente gesetzt, indem beispielsweise Säulen oder wie im Fall des Spessart-Forum, der ganze Saal blau ausgeleuchtet wurde. Im Park wurden die Brunnen oder Bäume beleuchtet. Zusätzlich wurden im Park Lichtinstallationen angebracht, die beispielsweise wie Blumen aussahen.

Die erste Führung durch den Park begann am späteren Abend zwischen historischem Konzertsaal und Spessart-Forum. Die knapp 70 Teilnehmer pro Führung erhielten jeweils ein Knicklicht für das Handgelenk und wurden von einem Führer abgeholt. In der ersten Station, der knapp 90-minütigen Führung, wurden die Zuschauer begrüßt und auf den Abend eingestimmt. Insgesamt 15 Schauspieler führten die Stücke auf und bewegten sich zwischen Mystik, Legenden und Märchen. Diese „bunte Welt der Legenden“ wurde musikalisch untermalt, indem die Zuhörer schon zu Beginn auf ein schaurig und geheimnisvolles Erlebnis eingestimmt wurden.

Das erste Theaterstück des Abends war ein Ausschnitt aus William Shakespeares „Sommernachtstraum“. Die Bühne, die eine Waldlichtung darstellen sollte, wurde mit verschiedenen Lichtelementen liebevoll in Szene gesetzt. Die beiden Schauspieler in Kostümen spielten eine knapp zehnminütige Sequenz vor. Das zweite Stück wurde ebenfalls auf einer „Lichtbühne“ präsentiert. Hier öffneten sich zwei Torflügel und ein Schauspieler, angekettet mit zwei Lichterketten, wurde sichtbar. Dieses Stück über Prometheus, handelte über die Schöpfung des Menschen in der griechischen Mythologie.

Nach dieser Vorstellung liefen die Zuschauer zusammen mit ihrem „Theaterführer“ zur großen Bühne im Kurpark. Hier wurde eine Szene aus dem Roman „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen dargestellt. Die Zuschauer begleiteten die Figur bei seiner letzten Schifffahrt, die von mehreren Schauspielern auf den Bühne dargeboten wurde. Noch weitere Stationen erwartete das gespannte Publikum an diesem Abend. Außer einem „Zigeunerlager“ und einem Stück über den Zauberer Merlin und die Herrin vom See, gab es noch ein Puppenspiel über das Leben der Brüder Grimm und eine Klangstation von Silke Statzner, die mit ihrer Handpan- und einer Indianerflöte zu hören und zu sehen war.

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