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Viel Platz für 70 Sänger

Männerchor Frohsinn eröffnet neues Domizil „1866“ in Bad Soden

04. Mai 2022 / 21:40 Uhr
Bad Soden-Salmünster (lis). „1866“, das Gründungsjahr des Männerchors Frohsinn Bad Soden wird man künftig nicht vergessen. „1866“ heißt nämlich das neue und erste eigene Vereinsdomizil des Chores, das nun eröffnet wurde.

Als kurz, prägnant, modern und auch historisch bezeichnete Vorsitzender Stefan Zengerle den Namen. „Das Schöne ist, dass alle einverstanden sind“, freute er sich. 145 Jahre bis zur Schließung des Lokals vor einigen Jahren war der Frohsinn Gast im „Goldenen Hirsch“, probte und feierte dort und fühlte sich zu Hause. Danach fanden Proben im Spessart-Forum statt, und wenn die Halle belegt war, boten die katholische und die evangelische Kirchengemeinde Platz. „Es war schön, aber keine Heimat“, rekapitulierte Zengerle. Deswegen keimte der Wunsch nach einer eigenen festen „Heimstätte“. Die Sänger einigten sich mit der Firma Woco und der Inhaberfamilie Wolf darauf, in ein Gebäude der Sprudelallee einzuziehen.

Nach den positiven Verhandlungen mit dem Unternehmen und der Familie um den Gründer Franz- Josef Wolf begannen für den Verein die Planungen und vor allem erst mal viel Arbeit. Ab Oktober 2021 wurden die frühere Kantine und Büroräume in Probenräume und einen schönen Aufenthaltsraum umgestaltet. Insgesamt rund 2 300 Arbeitsstunden leisteten Chormitglieder, die hauptberuflich Handwerker sind, und viele weitere Helfer. Und ihre Arbeit kann sich sehen lassen. Zengerle berichtete von 19 ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen mit jeweils etwa 15 Personen. Die Kosten für die Umgestaltung betragen mehr als 45 000 Euro.

Im „1866“ gibt es einen großen Probenraum, in dem der ganze Chor mit derzeit etwa 70 Sängern sogar mit Abstand proben kann. Werden getrennte Proben der Stimmen mit den Chordirektoren Gerd Zellmann und Uwe Bäbler erforderlich, kann eine Gruppe in den gut gedämmten Raum nebenan ausweichen, und man stört sich nicht gegenseitig. Herzstück ist der Aufenthaltsraum mit der Theke aus der Gaststätte „Zur Hoffnung“, die derzeit umgestaltet wird. Weiteres Interieur, ebenfalls aus zweiter Hand, passt sich harmonisch ein. So kommen Eck- und Sitzbänke aus der „Hoffnung“ und dem früheren Gasthaus „Zur Salz“ in Eckardroth und Tische aus dem Hotel „Birkenhof“. Schließlich stammt ein Teil der Trinkgläser von „Sperzel’s Imbissspezialitäten“.

Das Engagement des Chores fand auch beim Kreis und bei der Stadt Echo. So überreichte Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann die Zusage, für eine Übernahme von zehn Prozent der Kosten und aus seinem eigenen Fond einen nicht genannten Betrag, der für die Aktiven gedacht ist und „hinter der Theke ausgeschenkt“ werden soll. Bürgermeister Dominik Brasch kam mit dem kompletten Magistrat zur Einweihung, würdigte die Leistung der Frohsinnler und überreichte neben einer handbemalten Schiefertafel, einer kleinen Grünpflanze und einer Stimmgabel 18 000 Euro für den Umbau.

Im Kreis der zahlreichen Beteiligten begrüßte Zengerle besonders den Woco-Gründer Franz-Josef Wolf mit Tochter Christina Kremser-Wolf und Sohn Bernhard Wolf. Und da für die Sänger die Gunst von oben wichtig ist, hatten sie Pfarrerin Annette Reith und Pfarrer Michael Sippel eingeladen, die die neue Heimstätte und die Menschen, die in ihr sein und sie nutzen werden, ökumenisch segneten.

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