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Von der Brücke in den Tod gestürzt

Sattelzug fällt auf der A 66 bei Ahl 15 Meter in die Tiefe

03 Aug 2021 / 17:56 Uhr
Bad Soden-Salmünster (lis/tim/dpa). Ein 56-jähriger Lastwagenfahrer aus dem Raum Bad Kissingen ist heute Vormittag bei einem Unfall auf der A 66 zwischen Salmünster und Ahl ums Leben gekommen. Er durchbrach mit seinem Sattelschlepper auf der Kinzigtalbrücke die Lärmschutzwand. Das Gespann stürzte etwa 15 Meter in die Tiefe und landete in der Kinzig.

„Es war ein so lauter Knall, dass wir dachten, es sei eine Sprengung“, berichteten Ahler Bürger im Gespräch mit dieser Zeitung. Was tatsächlich passierte: Ein Sattelschlepper war um 11.10 Uhr auf der A 66 in Fahrtrichtung Fulda unterwegs. Auf der Kinzigtalbrücke soll der Lastwagen laut Polizeiangaben ein auf dem Standstreifen stehendes Straßenunterhaltungsfahrzeug – ein 7,5-Tonner mit Anhänger – touchiert haben. Anschließend verlor der Lasterfahrer offensichtlich die Kontrolle über seinen Sattelschlepper, durchbrach die Lärmschutzwand und stürzte in die Tiefe.

An der Unfallstelle bot sich den Helfern ein Bild, das wenig Hoffnung zuließ, den Fahrer des Unglücksfahrzeugs noch lebend retten zu können: Das Führerhaus des Lastwagens landete direkt in der Kinzig. Taucher der Polizei aus Maintal wurden angefordert. Diese suchten längere Zeit die Kinzig nach dem Fahrer ab, konnten den 56-Jährigen gegen Mittag allerdings nur noch tot aus dem Führerhaus bergen.

Der zwischenzeitlich gelandete Notarzt-Hubschrauber des ADAC verließ vorzeitig den Unfallort. Ein Hubschrauber der Polizei startete wenig später mit einem Fotografen, der offenbar Luftaufnahmen machen sollte. Auch Kurstadt-Bürgermeister Dominik Brasch weilte am Unglücksort, um sich ein Bild von der Situation zu verschaffen.

Schaulustige waren nicht zugegen. Die Bürger verhielten sich erfreulich diskret und verfolgten das Geschehen nur aus der Ferne. Am frühen Nachmittag staute sich der Verkehr auf der in Fahrtrichtung komplett gesperrten Autobahn bis auf rund sieben Kilometer Länge. Die Fahrzeuge zwischen der Unfallstelle und der Auffahrt Salmünster konnten die Autobahn über einen für sie geöffneten Betriebsweg vor der Brücke verlassen. Die A 66 musste deshalb so lange gesperrt bleiben, weil der Sattelschlepper mittels eines Krans aus der Kinzig gezogen werden musste.

Weil aus dem Unfallfahrzeug Betriebsstoffe in die Kinzig gelaufen waren, legten die Feuerwehren Kerbersdorf und Bad Soden an der Brücke in der Bad Sodener Straße sogenannte Ölsperren. Der Lastwagen selbst hatte nur leere Paletten geladen, teilt die Polizeipressestelle auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Der entstandene Sachschaden wird von den Ordnungshütern auf 200.000 Euro geschätzt. Zur Klärung des Unfallhergangs wurde ein Gutachter beauftragt. Die Staatsanwaltschaft Hanau hat die Ermittlungen bereits übernommen.

Die Kinzigtalbrücke ist offiziellen Angaben zufolge mit 985 Metern Hessens längste Autobahnbrücke. Seit annähernd 27 Jahren überquert sie Kinzig und Mühlgraben. Täglich fahren bis zu 30.000 Fahrzeuge über das Bauwerk. Die Brücke ist an der Stelle, an der der Sattelschlepper von der Straße abgekommen ist und die Lärmschutzwand durchbrochen hat, etwa 15 Meter hoch

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