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Zeichen gegen den Krieg

Benefizkonzert im Spessartforum spielt über 1 500 Euro an Spenden ein

11. April 2022 / 22:37 Uhr
Bad Soden-Salmünster (bak). Beim Benefizkonzert zugunsten geflüchteter Menschen aus der Ukraine im Spessartforum haben Künstler und Moderator Manuel Peters gemeinsam mit dem Publikum im Saal über 1 500 Euro Spenden gesammelt. Lange hatte die Corona-Pandemie Veranstaltungen dieser Art verhindert. Jetzt initiierte der Romsthaler Musiker Dennis Korn anlässlich des Kriegs in der Ukraine einen Konzertabend, der Kurbetrieb der Stadt Bad Soden-Salmünster trat als Veranstalter auf.

Alle Beteiligten, auch die Techniker der Firma MC Veranstaltungstechnik, Lysander Laubach, Patrick Meinhard und Nic Kappel, sowie die Beschäftigten des Kurbetriebes waren an diesem Abend ohne Aufwandsentschädigung oder Lohn im Einsatz. Herbert Freund und Nadija Korobieinikowa, die mit ihren vier Kindern vor dem Krieg aus der Ukraine geflohen ist, waren für einen Großteil des Programmes verantwortlich.

Nach den Sternen greifen, sich in die Zukunft einer internationalen Gemeinschaft träumen oder während einer Flucht unter dem kalten Sternenhimmel ausharren müssen, so beschrieb Moderator Peters die Ambivalenz, durch die dieser Konzertabend von einem emotionalen Höhepunkt zum nächsten trug. Er begann in die Stille hinein mit Korns neoklassischem Klavierstück „To the Stars“. In der Folge riss Elina Schmotzer ihr Publikum mit deutschen, georgischen und polnischen Volksliedern mit. Sie interpretierte jüdische Lieder wie „Hava Nagila“ oder „Der Rebbe tanzt“ und begeisterte mit einem Pop-Potpourri in armenischer, georgischer und deutscher Sprache.

Als ergreifend charakterisierte der Moderator die Beiträge der Mitorganisatorin Korobieinikowa und ihrer ukrainischen Mitstreiterin Maryna Katrenko mit Klavier und Gesang. Die Serbin Kristina Arsic lebt seit sechs Jahren in Deutschland und beteiligte sich spontan an dem Benefizkonzert. Mit „Thank You For The Music“ von ABBA, „The Rose“ von Bette Midler und „Zombie“ von The Cranberries erzeugten die Sängerinnen der „New Voices“ Gänsehautfeeling beim Publikum.

Mitorganisator Freund gestand, dass er angesichts dieses Krieges im Alter von 72 Jahren umdenken müsse. Bisher habe er sich pazifistischem Gedankengut verbunden gefühlt. In der Ukraine sei es nicht möglich, gegnerische Soldaten zu umarmen. Angesichts der Zerstörung der Lebensentwürfe ukrainischer Menschen sei bewaffnete Verteidigung notwendig. Freund sprach Wladimir Putin in einem eigenen Lied mit einem anrührenden Text direkt an, für Peters einer der emotionalen Höhepunkte des Abends.

Lara Eckert stellte sich auf Popmusikerinnenart gegen den Krieg in der Ukraine, sang zu ihrer Gitarre Michael Jacksons „Man In The Mirror“ und „Dear Mr. President“ von Pink. Fin Mafrahns zeigte mit seinen gesellschaftskritischen Songs Tiefgang. Zu Wort kam auch Ulrike Müller von der Kraftfahrerinitiative „Bewegen mit Herz“, die bereits mehrere Hilfstransporte in die Ukraine organisiert hat (die GNZ berichtete).

Den Höhepunkt bildete die ukrainische Nationalhymne, vorgetragen vom siebenjährigen Sascha, der seit Anfang März im Haus Panorama in Bad Soden lebt. Die Hand auf dem Herzen vermittelte Sascha allen Beteiligten an diesem Abend, dass er genau wusste, was er sang. Er trat als Sprachrohr seines Vaters und vieler weiterer Familienmitglieder auf, die gerade in der Ukraine für den Fortbestand ihres Landes kämpfen.

Mit „We Are The World“ von Michael Jackson und Lionel Richie endete das Benefizkonzert mit den in die Höhe gereckten Lichtern ungezählter Mobiltelefone.

Wer helfen möchte, kann dies auch weiterhin im Rahmen eines kommunalen Crowdfunding-Projektes im Internet unter kommuna- les-crowdfunding.de/bsshilft tun.

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