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Ein Zeichen für Gemeinschaft

Open-Air-Gottesdienst statt Pfarrfest in Wirtheim

30 Jun 2020 / 16:54 Uhr
Biebergemünd-Wirtheim (nu). Am 29. Juni ist das Fest zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus – es ist jedes Jahr ein traditioneller Termin für das Patronatsfest der katholischen Kirchengemeinde Wirtheim, das über viele Jahre mit vielen Gläubigen und Gästen auf der Wiese rund um sowie im Pfarrzentrum ausgiebig gefeiert wurde. Doch dieses Jahr war kein Fest möglich, bedingt durch die Corona-Restriktionen. Pfarrer Karl-Peter Aul und der Pfarrgemeinderat begaben sich deshalb an die Planung eines Open-Air-Gottesdienstes im Freien am vergangenen Sonntag.

Auf dem weitläufigen Areal war sichergestellt, dass bis zu 100 Personen mit dem einzuhaltenden Mindestabstand genügend Platz finden. Alles wurde vorbereitet: Stühle und Bänke wurde nach Abstandregeln aufgestellt, drei verschiedene Zugänge und Ausgänge mit jeweils zwei Ordnern gebildet, um Gruppenbildung zu vermeiden, und an jedem Eingang standen Desinfektionsmittel. Gutes Wetter war auch bestellt, und in einer ausreichend langen Pause zwischen Regenschauern hieß Pfarrer Aul am Sonntagmorgen dann 97 Mitfeiernde willkommen.

Der Altar stand neben dem alten Backhaus vor der erhebenden Kulisse eines mächtigen Baumes. Traditionell werden beim Pfarrfest auf der Wiese unter dem Kirschbaum Sonntagsbraten serviert – aber nicht dieses Jahr. Von dort aus und mit weitem Abstand zu den anderen übernahm die kleine „Peter und Paul“-Schola mit Christina Walk, Simone Macht, Thomas Jackel und Kerstin Marschall die musikalische Gestaltung, während Christopher Macht für den Sound sorgte. Ansonsten wurde nicht gesungen.

Mittelpunkt waren die beiden Figuren von Peter und Paul, ein Geschenk der Kirchengemeinde zum Priesterjubiläum an Pfarrer Aul. „Sie stehen zwar gemeinsam auf einem Sockel auf dem Altar, aber sie waren ganz unterschiedlich“, ging Pfarrer Aul in seiner Predigt auf die Charaktere, Eigenarten und Lebensgeschichte der beiden Namenspatrone der Kirchengemeinde ein.

Petrus war Fischer. Jesus machte ihn zum Fels, auf dem er seine Kirche bauen wollte: „Tatsächlich wurde er später eine der wichtigsten Personen der Urkirche.“ Paulus hingegen verfolgte die Christen, eine Vision wandelte ihn allerdings vom harten Gegner zum leidenschaftlichen Jünger: „Mit seinen Predigten und Briefen konnte er viele Menschen für den christlichen Glauben begeistern und leistete auf diese Weise viel für die junge Kirche.“ Aber auch als Gemeinschaft von Christen seien alle sehr verschieden in ihrem Charakter, der Eigenart und der eigenen Lebensgeschichte. Aul verglich dieses Bild mit einer Sonnenblume, die er in seiner Hand hielt: „Die vielen kleinen gelben Blütenblätter stehen für die vielen Gemeindemitglieder und für die verschiedenen Gremien und Gruppen und Verbände der Pfarrgemeinde.“ Die dunkle Mitte hingegen sei ein Zeichen für die Gemeinschaft untereinander. „Die Sonnenblume strahlt Freude aus, und gerade in Krisenzeiten brauchen wir Freude, die wir an unsere Mitmenschen weiter geben sollen.“ Brigitte Jackel las dazu passend ein Zitat aus der Bibel: „Wende dein Herz der Sonne zu, so fallen die Schatten hinter dich. So machen es die Sonnenblumen und wenden ihre Blütenköpfe immer der Sonne zu. Auch bei uns ist das so.“

Als Hilfe, diese Freude weitergeben zu können, verteilte Pfarrer Aul am Ende noch kleine Tütchen mit Sonnenblumensamen an alle Teilnehmer, auch zum Mitnehmen für andere, die den Gottesdienst nicht mitfeiern konnten. Anlässlich der Feier zum Patronatsfest oblag Pfarrer Aul noch die ehrenvolle Aufgabe, Lauryn Pfeifer für fünf Jahre Ministrantendienst mit Urkunde und Ministrantenplakette auszuzeichnen. Bevor die Schola mit einem Segenslied den Gottesdienst ausklingen ließ, bedankte sich Aul bei allen Mitfeiernden, sowie denen, die den Gottesdienst mitgestaltet und vorbereitet hatten, und bat jeden darum, mit großer Disziplin die Wiese wieder zu verlassen.

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