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Stolz will Biebergemünd die Vollsperrung ersparen

Geplante Sanierung der B276: Landrat schreibt an Al-Wazir

22. April 2022 / 12:38 Uhr
Biebergemünd (dan/re). Seit Wochen laufen die Menschen in Biebergemünd Sturm gegen die geplante Vollsperrung der Bundesstraße 276 zwischen Bieber und Roßbach. Durch die laut Hessen Mobil notwendige Sanierung der Straße in den Sommerferien wären die beiden Ortsteile quasi voneinander abgetrennt. Wer von Bieber nach Roßbach oder umgekehrt fahren will, müsste dafür eine 40 Kilometer lange Umleitungsstrecke über Bad Orb nutzen. Eine unverhältnismäßige Belastung, finden nicht nur die betroffenen Bürger. Auch in der Politik ist das Thema längst angekommen. Nun hat sich auch Landrat Thorsten Stolz (SPD) in die Diskussion eingeschaltet und will „Biebergemünd diese Vollsperrung ersparen“.

Wegen der geplanten Vollsperrung zwischen den Biebergemünder Ortsteilen Roßbach und Bieber hat sich Landrat Thorsten Stolz laut Angaben des Kreises persönlich an Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir gewandt: „Ich kann den Unmut der Biebergemünder gut verstehen, denn durch die Vollsperrung müssen während der Bauzeit zwingend derart lange Umwege gefahren werden müssen. Die Situation in der Spessartgemeinde ist eine besondere, weil es hier keine halbwegs vertretbaren Streckenalternativen gibt. Und noch könnte die Planung angepasst werden“, begründet Thorsten Stolz seinen Vorstoß. „Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, die Arbeit von Hessen Mobil abzuwatschen, sondern vielmehr um die eindringliche Bitte zu überlegen, ob vielleicht noch etwas geht und die bisherigen Planungen angepasst werden können.“

An der Bundesstraße 276 zwischen Roßbach und Bieber sollen während der hessischen Sommerferien Deckenerneuerungsarbeiten stattfinden, die auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometern laut Hessen Mobil eine Vollsperrung der Bundesstraße notwendig macht (die GNZ berichtete mehrfach). Der Umweg beträgt nun gute 40 Kilometer. Die Gemeinde sowie eine Bürgerinitiative hatten schon eine halbseitige Straßensperrung vorgeschlagen, was Hessen Mobil jedoch mit dem Hinweis auf Sicherheitsvorschriften abgelehnt hat. „Gestützt wird die Forderung nach einer halbseitigen Straßensperrung durch eine ähnliche Straßenbaumaßnahme auf der gleichen Strecke vor einigen Jahren, die damals über ein Ampelsystem realisiert wurde“, erinnert Landrat Stolz in seinem Schreiben an den Verkehrsminister.

Es gehe beim Biebergemünder Vorschlag um den Nahverkehr, den man über Ampelsysteme und Geschwindigkeitsbegrenzungen ungefährlich an der Baustelle vorbeileiten könne, betont Thorsten Stolz. „Dass eine solche Lösung den Schwerlastverkehr nicht einbeziehen kann, wird vor Ort verstanden“, so der Landrat. Doch nicht einmal der schnelle Besuch bei Freunden oder Verwandten im Nachbarort, noch dazu in der Ferienzeit, seien möglich, sollte die Vollsperrung kommen. Die Verärgerung über die geplante Vollsperrung bringen die Biebergemünder Bürger über eine entsprechende Petition wie auch über eine geplante Großdemonstration am 15. Mai zum Ausdruck.

Thorsten Stolz verbindet sein Schreiben an Tarek Al-Wazir mit der eindringlichen Bitte, mit den Verantwortlichen von Hessen Mobil noch einmal intensiv über „kreative Alternativen“ zu sprechen. „Wir sollten alles unternehmen, Biebergemünd diese Vollsperrung zu ersparen. Noch gibt es diesen Spielraum auf Landesseite, das zu entscheiden“, so Stolz.

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