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Ärztliche Versorgung steht im im Fokus

Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl: Kandidaten beantworten Bürgerfragen

17 Okt 2019 / 21:08 Uhr
Birstein (mln). Bei der GNZ-Podiumsdiskussion in Birstein am Mittwochabend haben fast 600 Zuhörer den Antworten der vier Bürgermeisterkandidaten gelauscht. Schließlich waren die Bürger selbst aufgerufen, Fragen an die vier Anwärter auf den Posten des Rathauschefs zu richten.

Dr. Dietmar Schultheis, Hausarzt aus Birstein, merkte zunächst an, dass das Gießener Unternehmen IWG großes Potenzial habe. Dieses hat kürzlich eine professionelle Versorgungsanalyse mit einer Handlungsempfehlung zur ärztlichen Versorgung in Birstein, Bad Soden-Salmünster, Brachttal und Wächtersbach vorgestellt. Ob dieses für Birstein relevant ist, sei dahingestellt, merkte Schultheis an. Bis nächstes Jahr gebe es, stellte der Hausarzt fest, zehn bis zwölf freie Arztstellen in Birstein. Seine Fragen daher: „Wie wollen Sie für angehende Ärztinnen – denn die meisten Jungärzte sind mittlerweile weiblich – die Strukturen schaffen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen? Und wie sollen Ärzte erreicht werden?“

Christian Götz (unabhängig) ergriff zuerst das Wort. Die IWG habe den Schwerpunkt auf Immobilien gesetzt und empfehle daher ein Ärztehaus für Birstein. „Empfehlung heißt aber nicht, sich daran zu orientieren“, betonte Götz. Potenzial für ein solches Vorhaben sei aber gegeben. So wollten Ärztinnen heute lieber angestellt statt selbstständig sein. Eine Gemeinde könne hingegen aus Rechtsgründen keine Mediziner einstellen. Daher sieht Götz eine eventuelle Möglichkeit in anderen Modellen, wie etwa der Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Eine andere Lösung könnte das „Outsourcing“ einer GmbH sein, um Ärzte für Birstein zu gewinnen.

Danica Radtke (CDU) betonte, dass der Trend zu Praxisgemeinschaften gehe, wie etwa Gesellschaftspraxen im Odenwald. Dort habe sie sich diesbezüglich bereits erkundigt. Mediziner könnten nur akquiriert werden, indem man direkt an den Universitäten anfragt. Radtke bedauerte jedoch, dass die Anerkennungszeit von Ärzten von fünf Jahren zu lang sei. Dort gelte es, an Land und Bund zu appellieren, diese Zeit zu verkürzen.

Fabian Fehl (SPD) stellte fest: „Ärztemangel ist eine schwierige Thematik. Es ist eine Herausforderung, Ärzte nach Birstein zu holen. Dafür gibt es aber kein Wundermittel.“ Jürgen Spielmann (FDP) beantwortete die Frage von Dietmar Schultheis offen und ehrlich: „Ich würde einfach diejenigen ansprechen, die Ahnung davon haben, also die Ärzte selbst.“ Weiterhin stellte er fest, dass Ärzte Freiberufler sind. „Wer das nicht will, ist als Landarzt nicht geeignet.“

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 18. Oktober.

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