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Die Personalie Gottlieb

Birsteiner Gemeindevertreter wollen Projektmanager einstellen

29 Mai 2020 / 18:12 Uhr
Birstein (erd). In der Birsteiner Gemeindevertretung wird zumeist sehr sachlich diskutiert. In der jüngsten Sitzung, die unter strengen Hygienevorgaben mit Mindestabständen im großen Saal des Bürgerzentrums stattfand, ging es trotzdem teilweise hitzig zu. Grund waren Personalien und die Schaffung einer Projektmanager-Stelle. Neu aufgerollt wird die Planung für die Sanierung des Freizeitbad.

Der frühere Bürgermeister Wolfgang Gottlieb kehrt in den Verbandsvorstand des Abwasserverbands Bracht als stellvertretenden Mitglied für den neuen Bürgermeister Fabian Fehl zurück. Das ist eine durchaus vernünftige Lösung, denn Gottlieb verfügt über 24 Jahre Erfahrung, ist über alle Zweifel erhaben und soll in Sichtweite die Stelle des Verbandsvorstehers übernehmen. Das wäre eine gute Sache für Birstein, denn bislang standen stets Wächtersbacher an der Spitze.

Doch die Sache hat einen Haken und bekommt dadurch mindestens ein Geschmäckle, wenn man den Aussagen von Süren Reifschneider (FBG), der neben Fehl als zweiter stimmberechtigter Birsteiner im Vorstand des Abwasserverbands sitzt, lauscht.

Nach vielen Jahren hatte Wilfried Wilhelm seinen Posten als Verbandsvorsteher im November niedergelegt. In der Folge begann die Suche nach einem Nachfolger. Erfahrenster Mann im Gremium war Wolfgang Gottlieb, der auch bereit sei, den Posten zu übernehmen, was bei den Vertreter aller drei Städte und Gemeinden auch konsensfähig sei. Allerdings kam ein Problem auf: Gottlieb schied am 31. März aus dem Bürgermeisteramt und damit auch aus dem Verbandsvorstand des Abwasserverbands aus. Ab 1. April war Fabian Fehl der neue Birsteiner Mann an Gottliebs Stelle. Allerdings kann Gottlieb nur Vorsteher werden, wenn er dem Vorstand angehört. Wie Reifschneider berichtet, seien mehrere Personen an ihn herangetreten, er möge doch zurücktreten, um für Gottlieb Platz zu machen. Der lehnte ab. Er gehöre dem Gremium bereits seit vier Jahren und sei Manns genug, die Gemeinde zu vertreten. Ein wenig später habe er gehört, dass Manfred Reiß (SPD) von seinem Posten als stellvertretendes Vorstandsmitglied zurückgetreten sei und Gottlieb als Nachfolger gewählt werden soll. Das löse allerdings nicht das Problem, denn die Stellvertreter werden zwar zu allen Sitzungen eingeladen, sind aber nur im Vertretungsfall stimmberechtigt und können daher nicht den Vorsitz übernehmen. Immerhin wäre Gottlieb aber weiter in dem Gremium vertreten und könnte, falls er nach der Kommunalwahl 2021 als stimmberechtigtes Mitglied in den Verbandsvorstand gewählt würde, dort den Vorsitz übernehmen. Reifschneider will nicht an den Kompetenzen Gottliebs rütteln, wohl aber an der Art und Weise, wie der Altbürgermeister in dieses Amt gehievt werden soll.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 30. Juni.

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