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Lokführer für Wohlfühl-Gemeinde

Bürgermeisterkandidat Jürgen Spielmann (FDP) setzt auf „Wir-Gefühl“

09 Okt 2019 / 18:49 Uhr
Birstein (erd). Die rote Lok am Birsteiner Ortseingang hat für den FDP-Bürgermeisterkandidaten Jürgen Spielmann Symbolcharakter. Der 51-jährige Lichenröther ist seit vielen Jahren als Jurist im Bereich der Eisenbahn tätig, sieht den Bürgermeister symbolisch als Lokführer der Gemeinde und möchte zudem die frühere Südbahn und den gleichnamigen Radweg besser vermarkten. Birstein habe viel Potenzial, man müsse es nur nutzen. Zudem könne man viele Aufgaben und Probleme mit einer Prise Humor viel besser und schneller lösen.

Die Lok stehe ein wenig einsam auf ihrem Gleis, findet Spielmann. Ihm fehlen anschauliche Informationstafeln und anfassbare Bahnrelikte entlang des Radweges als Auflockerung der Strecke und Bezug zur früheren Vogelsberger Südbahn. Im Vergleich zum Vulkanradweg stecke die Vermarktung des Südbahnradweges noch in den Kinderschuhen. In der Gemeinde Birstein seien zudem noch ein paar der alten Bahnhöfe vorhanden, diese müsse man als solche kennzeichnen und in den Radweg einbeziehen. Historische Bahnhofsschilder und ansprechende Raststationen würden den Weg erheblich aufwerten. Das funktioniere anderswo auch, warum nicht in Birstein? Birstein liegt weder am Meer noch in den Bergen, dennoch habe es einiges zu bieten. Natur, die zum Wandern einlädt, Schloss, Grillhütten, Kelterei, Bio-Bauernhöfe, Gastronomie und die Feuerwehr-Scheune und auch Hoherodskopf, Geopark, Kurstädte mit Thermen in der Nähe. Das sollte ausreichen, um ein paar schöne Urlaubstage in Birstein zu verbringen. Die Gemeinde könnte in enger Zusammenarbeit mit Gastronomen und Gewerbetreibenden schicke Urlaubspakete schnüren. Spielmann möchte zudem die seit Jahren diskutierten Wohnmobilstellplätze realisieren und Elektro-Tankstellen einrichten, schon weil dies Fortschritt symbolisiere.

Jürgen Spielmann ist in Lichenroth aufgewachsen, besuchte die Birsteiner Schulen, wechselte dann in die Oberstufe des Wirtschaftsgymnasiums, um nach dem Abitur eine Ausbildung bei der Sparkasse in Gelnhausen zu beginnen. Über diese kam er später nach Gotha und Schwedt an der Oder, bevor er zu einem Unternehmen für spezialisierte Banksoftware wechselte und nebenbei Jura studierte. Seit 2004 ist Spielmann Volljurist, mit Spezialgebiet Verkehrsrecht und Vergaberecht für den Öffentlichen Nahverkehr (Bahn). Tätig war Spielmann beim NVBW in Stuttgart, bei „traffiQ“ in Frankfurt am Main und beim NVV in Kassel. Derzeit ist er neben seiner selbständigen Tätigkeit als Rechtsanwalt Mitarbeiter im Eisenbahnbereich der Deutsche Anlagen-Leasing in Mainz und damit Bahnpendler im Rhein-Main-Gebiet. Und nun darf gerne das Birsteiner Bürgermeisteramt folgen. „Es ist genau der richtige Zeitpunkt“, sagt Jürgen Spielmann, er fühle sich fachlich und persönlich fit für die Herausforderungen eines solchen Amtes. Dieses Amt sei für ihn schon aufgrund seines Alters kein „Sprungbrett“, sondern eine Aufgabe, die er bis zum Rentenalter übernehmen könne. Spielmann sei im letzten Herbst davon überrascht worden, dass Wolfgang Gottlieb nicht mehr für eine fünfte Amtszeit antreten wollte. Nach einer längeren Phase des Nachdenkens innerhalb des Birsteiner FDP-Ortsverbandes, entschied sich Spielmann erst im Juli zur Kandidatur. Nachdem bereits drei Kandidaten ihr Interesse bekundet hatten, sollte auch die vierte Fraktion einen Bewerber aufstellen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 10. Oktober.

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