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Mit einer Verordnung gegen das Leid

Der Verein Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg möchte etwas gegen die Vermehrung von Streunerkatzen tun und hofft auf die Unterstützung der Kommunalpolitik

14. Januar 2022 / 18:19 Uhr
Birstein/Brachttal (tsl). Das dürfte keinen Tierfreund kalt lassen: Die Streunerkatzen sind abgemagert und krank, leiden unter Ohrmilben, Flöhen und Katzenschnupfen. Viele würden ohne die Hilfe des Vereins Tier- und Naturschutz (TiNa) Unterer Vogelsberg nicht überleben. Eine Katzenschutzverordnung könnte Abhilfe schaffen, sind sich Beatrix Schmidt-Stieler (SPD Brachttal), Vorsitzender Bernd Casper und TiNa-Schriftführer Daniel Bläser (SPD Birstein) einig. Doch dafür wird noch mehr Unterstützung aus der Kommunalpolitik benötigt.

Wie viele wild lebende Katzen es in Deutschland gibt, ist schwer zu sagen, der Deutsche Tierschutzbund schätzt die Zahl auf zwei Millionen. Denn ein Streuner falle kaum auf, sagt Casper, „man kann kaum unterscheiden, ob ein Tier ein Zuhause hat oder wild lebt.“ Kranke und geschwächte Katzen ziehen sich zudem in Verstecke zurück, auch ihren Nachwuchs bekommen sie im Verborgenen, etwa in Scheunen, Hecken und Büschen, erklärt Schmidt-Stieler, die bis vor Kurzem selbst eine Pflegestelle hatte und fünf Tierschutz-Katzen bei sich aufgenommen hat.

In der unkontrollierten Vermehrung liegt das Hauptproblem, auf das die Tierschützer aufmerksam machen wollen: Deshalb kümmern sich die Ehrenamtlichen nicht nur um die Futterstellen, sie stellen auch Lebendfallen auf. „Wenn wir vermuten, dass es an einem Ort viele wild lebende Katzen gibt, dann machen wir vorher eine Flugblattaktion“, sagt Casper, um den Bürgern zu erklären, was man vorhat: Die Tiere werden eingefangen, kastriert, in einer der etwa zwölf Pflegestellen aufgepäppelt, geimpft und weitervermittelt. Zudem werden sie – wie auch in der Katzenschutzverordnung – registriert und gechippt. Selbstverständlich wird auch zuvor nachgesehen, ob sich nicht ein Freigänger in die Lebendfalle verirrt hat – dieser wird umgehend „auf freien Fuß“ gesetzt. Ab und an kommt es vor, dass die Tierschützer dank der Flugblätter auf Orte in der Gemeinde aufmerksam gemacht werden, an denen wilde Katzen leben könnten. In Brachttal wurden beispielsweise von 2018 bis Oktober 2021 etwa 100 Tiere eingefangen und anschließend kastriert. Nicht mitgezählt sind hierbei die Babys. Im Durchschnitt bekommt eine Katze pro Wurf drei bis sechs Kätzchen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 15. Januar.

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