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Spaß auf zwei Brettern in Region gebracht

Traditionsunternehmen Ski Luft in Bermuthshain schließt nach 132 Jahren

30 Dez 2020 / 19:24 Uhr
Grebenhain-Bermuthshain (eig). Für Wintersportbegeisterte, auch aus dem Main-Kinzig-Kreis, war sie eine Institution: Die Firma Ski Luft in Bermuthshain. Zum Jahresende jedoch wird das Fachgeschäft für Ski und Wintersportartikel in dem beschaulichen 500-Einwohner-Ortsteil der Gemeinde Grebenhain seine Türen schließen. Damit endet eine mehr als 130-jährige Familientradition. Mehr noch: Dass die winterliche Fortbewegungsform auf zwei Brettern im späten 19. Jahrhundert in der Region überhaupt Wurzeln schlug, ist zu einem guten Teil dem Urgroßvater des heutigen Seniorchefs Werner Luft zu verdanken.

Dem 1862 in Bermuthshain geborenen Friedrich Jost war allerdings nicht in die Wiege gelegt worden, dass er in seiner Werkstatt einmal als erster im Vogelsberg Skier bauen sollte. Vielmehr hätte Friedrich Jost wie sein Großvater Johannes Kimpel Schmied werden sollen. „Er litt aber an Luftbeschwerden und hat deswegen die Tätigkeit in der Schmiedewerkstatt nicht vertragen. Deshalb hat er dann auf Stellmacher umgestellt“, weiß Werner Luft aus der familiären Überlieferung. Am 25. November 1883 meldete Friedrich Jost sein Gewerbe als „Dreher in Holz ohne Laden“ sowie als „Holzgeschirrmacher“ und Weißbinder bei der Gemeinde Bermuthshain an. Seine Produktpalette unterschied sich anfangs nicht von der anderer Holzdrechsler des Vogelsberges. Holzrechen und Holzjoche gehörten dazu, aber auch kunstvoll verzierte Spinnräder, wie sie traditionell zur Aussteuer der Bräute gehörten. Seine Waren brachte Friedrich Jost anfangs zu Fuß auf Märkte in der Umgebung, unter anderem bis ins 30 Kilometer entfernte Wächtersbach.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 31. Dezember.

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