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Welle der Solidarität nach Brand

Oberreichenbacher Vereine starten Spendenaktion

19 Jan 2021 / 16:46 Uhr
Birstein-Oberreichenbach (erd). In der Nacht zum 14. Januar hat die Familie Scholl bei einem Wohnhausbrand in Oberreichenbach fast alles verloren. Alexander, Vivien und Felicitas Scholl mussten in Schlafanzug flüchten. Die fünf örtlichen Vereine – Landfrauen, Obst- und Gartenbauer, Feuerwehr, Motorradfreunde und Jagdgenossen – haben spontan eine Spendenaktion im Ort gestartet.

Alexander Scholl kann sich noch genau an die Brandnacht erinnern. Gegen Mitternacht habe er etwas gehört. Er sei aufgestanden, um nachzusehen. „Ich habe die Dachbodentür geöffnet und sofort gesehen, dass dort alles lichterloh brennt“, sagt er. Dann habe er seine Tochter Vivien, die im Rollstuhl sitzt, und seine Mutter Felicitas ins Freie gebracht. Danach habe er den Notruf abgesetzt. Die Feuerwehr sei schnell und mit großem Aufgebot angerückt und habe das Feuer unter Kontrolle gebracht. Das habe bis in die frühen Morgenstunden gedauert. Übrig blieb eine Brandruine, die nicht mehr bewohnbar ist. Derzeit laufen noch die Ermittlungen der Polizei und die Begutachtungen der Versicherung. Ursache ist vermutlich ein Kaminbrand. Danach stehe der Abriss und Wiederaufbau an, berichtet Scholl, der froh ist, dass die Feuerwehr auch noch seine Papageien retten konnte.

Allein mit dem, was sie am Leib trug, hat sich die Familie Scholl aus dem brennenden Haus gerettet. Danach erlebte sie eine Welle der Solidarität. Alexanders Ex-Frau, die ebenfalls in Oberreichenbach wohnt, nahm die gesamte Familie auf die Hilfe und Unterstützung im Ort lief sofort an. „Die Leute haben Kleidung vorbeigebracht, damit wir etwas zum Anziehen haben“, sagt Alexander Scholl dankbar. „Wir werden immer noch gefragt, ob wir irgendetwas brauchen.“ Kleidung, Schuhe, warme Jacken, Bettzeug und Handtücher sorgten dafür, dass es erst einmal weitergehen konnte. „In der Brandnacht haben die Leute Kaffee gekocht und Essen gebracht“, erzählt Scholl. „Es ist der reine Wahnsinn, was im Dorf geleistet wurde. Das ist 1A!“

Doch die Familie braucht auch schnell Geld, um sich mit dem Nötigsten versorgen zu können, denn bis die Versicherung zahlt, dauert es sicherlich noch einige Tage. Durch die Spendenaktion der Vereine und weiterer 46 Familien kam ein mittlerer vierstelliger Betrag als Barspende zusammen, der noch am Sonntag der Familie Scholl übergeben wurde. Die Familie hat sich riesig über die Unterstützung gefreut und bedankt sich bei allen Spendern.

Wer darüber hinaus die Familie mit einer Spende unterstützen möchte, kann gerne auf das Spendenkonto IBAN DE40 5075 0094 0005 0182 79 (Kontoinhaber: Freiwillige Feuerwehr Oberreichenbach) bei der Kreissparkasse Gelnhausen einzahlen. Bitte im Verwendungszweck „Spende Hausbrand Fam. Scholl“ angeben.

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