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„Windkraft ist große Chance“

Bürgermeister Fabian Fehl im GNZ-Gespräch über aktuelle Entwicklungen und Pläne

18 Okt 2020 / 13:26 Uhr
Birstein (re/erd). Das Thema Windkraft war in Birstein mit einem Flächennutzungsplan geregelt worden und dann lag alles wegen der Nähe zum Funkfeuer in Gedern auf Eis. Nun könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen. Der Birsteiner Bürgermeister Fabian Fehl erklärt im GNZ-Gespräch warum.

GNZ: Herr Fehl, Sie hatten um dieses Gespräch gebeten.

Fehl: Ich möchte über Windkraft sprechen. Am 23. September hat das Bundeskabinett die von Wirtschaftsminister Peter Altmeier eingebrachte Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes verabschiedet. Zum 1. Januar 2021 soll das Gesetzespaket in Kraft treten. Darin enthalten ist ein Gesetz zur finanziellen Beteiligung von Kommunen an Windkraftanlagen. Mit diesem wird den Kommunen ein finanzieller Anreiz für Windenergie gegeben. Vor allem aber erhalten wir ein wichtiges politisches Argument.

Das lautet?

Ein politischer Einwand gegen Windkraftanlagen lautete oft: Was haben wir von den Dingern? Sie verschandeln unsere Landschaft und wenige Privatleute profitieren über die Maßen davon. Ich habe oft gehört: Wenn die Kommune davon profitiert, dann würde ich das unterstützen. Genau das soll jetzt geschehen. Bislang haben Kommunen nur daran verdient, wenn die Windkraftanlagen auf kommunalem Grund errichtet wurden.

Von welcher Höhe an finanzieller Beteiligung sprechen wir?

0,2 Cent pro Kilowattstunde. Bei den Windkraftanlagen heutigen Typs kommen wir da pro Anlage schnell auf 20 000 Euro im Jahr. Konservativ gerechnet. Bei zehn Anlagen sind das 200 000 Euro im Jahr. Für ländliche Kommunen wie Birstein ist das ein echte Perspektive. Wir haben einen klammen Haushalt und können aufgrund unserer Fläche unsere Infrastruktur kaum bewältigen. Dazu kommt: Die Windkraftanlagen können ja nicht im städtischen Raum errichtet werden. Endlich wird uns ein Ausgleich zuteil. Viel zu oft ist nur Politik für die Städte gemacht worden. Mit diesem Gesetz wird Politik für den ländlichen Raum gemacht.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 19. Oktober.

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