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Zwei Windparks in Birstein geplant

Bis 2026 sollen neun neue Windräder auf zwei Vorrangflächen errichtet werden

22 Mrz 2021 / 21:33 Uhr
    Birstein (re). Die Unternehmen „Im Wind“ und GAIA planen gemeinsam zwei Windparks in Birstein. Insgesamt sollen neun Windräder auf den beiden Flächen entstehen. Ein weiterer Park mit drei Anlagen ist in Freiensteinau vorgesehen. Bürgermeister Fabian Fehl unterstützt die Planungen in der Gemeinde. Noch im laufenden Jahr sollen mehrere Informationsveranstaltungen stattfinden.

    Ab sofort können sich Interessierte auf der Projektwebseite unter windpark-birstein-freiensteinau.deüber das Vorhaben informieren. Sofern es die Pandemie zulässt, sollen im laufenden Jahr mehrere Informationsveranstaltungen angeboten werden. Bürgermeister Fehl unterstützt das Projekt: „Windkraft sichert eine nachhaltige Zukunft für unsere Kinder. Daher unterstütze ich, dass nun in der Gemeinde Birstein Planungen für einen Windpark in der Aurora starten. Neben dem Schutz unserer Umwelt sind für mich als Bürgermeister auch die finanziellen Einnahmen ein ganz wichtiger Punkt. Dadurch wird unsere Handlungsfähigkeit deutlich erhöht und die Möglichkeit geschaffen, die Abgaben der Bürger langfristig stabil zu halten.“

    Zu den Planungen gehören auch Grundstücke in Freiensteinau, die sich in unmittelbarer Nähe zur Aurora-Fläche befinden. „Dieser Bereich ist als Windvorrangfläche im Regionalplan Mittelhessen enthalten“, erklärt der Freiensteinauer Bürgermeister Sascha Spielberger. In beiden Gemeinden weist der Landesentwicklungsplan Windkraft-Vorranggebiete aus. „Dabei sind unter anderem auch Windgeschwindigkeiten, infrastrukturelle Restriktionen, ein Abstand von 1 000 Metern zu Wohngebieten sowie naturschutz- und landschaftsschutzfachliche Belange geprüft und berücksichtigt worden“, sagt Projektleiter Christoph Bruny (ImWind).

    Mit dem Unternehmen GAIA plant die Firma aus Österreich in den beiden ausgewiesenen Flächen zwei Windparks in Birstein und in der Aurora. Insgesamt sollen neun Windräder errichtet werden. Der Windpark Freiensteinau-Radmühl soll aus drei weiteren Windkraftanlagen bestehen. Alle Anlagen sollen im Wald errichtet werden. „Dank der bereits vorhandenen guten Erschließung des Waldes werden nur wenige Eingriffe für die Zuwegung erforderlich sein“, sagt der zuständige Projektleiter Vladimir Radik (GAIA).

    Bei der Auswahl der einzelnen Standorte werde speziell auf naturschutzfachliche Besonderheiten geachtet, teilen die Unternehmen in der Pressemeldung mit. Das komplette Jahr 2020 hätten die Gutachter die Gebiete hinsichtlich möglicher Konflikte mit Vögeln und Fledermäusen untersucht. Dies ermögliche es, im Frühjahr 2021 die Planungen für die Standorte auszuführen. Aktuell bereiten die Unternehmen intensiv den Genehmigungsantrag bei den zuständigen Behörden vor. Wie Bürgermeister Fehl betont, sei nun der Zeitpunkt gekommen, um die Gemeindevertreter intensiv in das Thema einzubinden. Denn um das Projekt verwirklichen zu können, seien verschiedene Beschlüsse des Parlaments erforderlich. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens werde eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung beantragt.

    Wie die beteiligten Unternehmen mitteilen, könnten mit den beiden Windparks rund 45 500 Haushalte mit grünem Strom versorgt und 88 000 Tonnen CO2 eingespart werden. „Aufgrund der umfangreichen Planungen rechnen wir mit einer Inbetriebnahme des Windparks im Jahr 2026“, sagt Projektleiter Radik.

    Die aktuelle Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2021) sieht vor, dass betroffene Gemeinden Zuzahlungen in Höhe von
    0,2 Cent pro Kilowattstunde des Nettoertrages von Windkraftanlagen direkt erhalten, informieren die Planer. Dabei geht es um Kommunen, die in einem Radius von 2 500 Metern um die jeweilige Anlage liegen. In der Region seien durch die Umlage insgesamt 360 000 Euro pro Jahr zu erwarten. Die Abgaben fließen unmittelbar in die Gemeindbudgets. Die neue Projekt-Webseite sowie die geplanten Informationsveranstaltungen sollen nun für Transparenz sorgen.

    Neben den genannten Arealen sind in den Gemarkungen Fischborn, Mauswinkel und Wüstwillenroth weitere Vorrangflächen ausgewiesen. Die Unternehmen Hessenenergie, Mainova, Renertec und
    ImWind haben erste Untersuchungen zum Ausbau der Windanlagen in Angriff genommen, heißt es in der Pressemitteilung.

    ImWind Erneuerbare Energien: ImWind zählt heute zu den größten Erzeugern erneuerbarer Energie in Österreich. Seit mehr als 25 Jahren entwickelt, baut und betreibt das Unternehmen Windparks und Photovoltaikanlagen im In- und Ausland. ImWind ist Partner von mehr als 1 000 Grundeigentümern und mehr als 20 Standortgemeinden.

    GAIA mbH: Die Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen (GAIA) wurde 1999 gegründet. GAIA plant, entwickelt und errichtet Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen. Zu den Aufgaben des Unternehmens zählen die Standortakquise, die Ausführung der Planungen und die schlüsselfertige Errichtung der Anlagen. Zudem bietet GAIA die Verwaltung, Wartung und Instandhaltung der Windenergieanlagen an. Bis heute hat die mbH mehr als 100 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 233 Megawatt realisiert. Das Unternehmen beschäftigt heute mehr als 50 Mitarbeiter.

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