SUCHE

Brunnen verhindern Monsterbrücke

Jahresrückblick des Wasserverbands Kinzig / Klimawandel Dauerthema

27 Dez 2018 / 18:26 Uhr
Wächtersbach/Brachttal/Birstein (erd). Der Wasserverband Kinzig (WVK) blickt auf das Jahr 2018 zurück. Geschäftsführer Holger Scheffler und Dr. Hans-Otto Wack von der Schutzgemeinschaft Vogelsberg sehen das Jahr gezeichnet vom Klimawandel, denn die Jahre mit extremer Trockenheit häufen sich. Die Wasserförderung schont dankt ausgeklügeltem Fördermanagement die Umwelt – und verhindert ganz nebenbei noch den Bau der Monsterbrücke über das Kinzigtal.

Der Wasserverband Kinzig rückt immer mehr im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels in den Fokus. Dabei stehen zwei Wetterextreme im Blickpunkt: Trockenheit und große Hitze, aber auch Starkregeneignisse und Hochwasser. In diesem Jahr war es die Trockenheit, die der Region stark zusetzte. Bereits im April war es zu trocken und dieses Klimaphänomen zog sich bis zum Herbst durchs Jahr. Weil aber weiter Trinkwasser benötigt wird, griffen die Vorteile des grundwasserschonenden Fördermanagements, welches der Wasserverband an seinen Brunnen betreibt und das auch von Dr. Wack gelobt wird, geht es doch darum, die Natur durch die Grundwasserförderung so wenig wie möglich zu belasten. Daher wurden Grenzgrundwasserstände festgelegt, die durch die Förderung nicht unterschritten werden sollten. Ein System, das auch von der Schutzgemeinschaft – einst die schärfsten Kritiker – gelobt wird. Dennoch wurden in diesem Jahr die Werte unterschritten. Allerdings nicht durch die Förderung, sondern durch die Natur selbst. Wenn es wochenlang nicht regnet, wird auch kein neues Grundwasser gebildet. Daher sei es sehr wichtig breit aufgestellt zu sein, argumentieren Scheffler und Wack. Sie warnen vor den Folgen des Klimawandels bereits seit Jahren. Das zeigt sich vor allem in der Niederschlagsverteilung über das Jahr. So gebe es im Sommer immer mehr Starkregenereignisse, während es im Herbst und Winter weniger regnet, Schnee kaum noch fällt, folglich die langsame Schneeschmelze auch nicht zur Grundwasserneubildung betragen kann. Sollte es zu mehreren Trockenjahren in Folge kommen, würde sich die Situation zuspitzen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 28. Dezember.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4