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Christian Neureuther und die Wiener Schule

Volker Kirchner erinnert an die Kontakte des Schlierbacher Jugendstildesigners zur stilprägenden Wiener Werkstätte

26 Apr 2021 / 19:51 Uhr
Brachttal-Schlierbach (re). Der Todestag des Keramikkünstlers der Wächtersbacher Steingutfabrik jährte sich im Januar zum 100. Mal. Für den 21.April war die Eröffnung einer Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Wien (MAK) vorgesehen, bis 3.Oktober projektiert und den „Frauen der Wiener Werkstätte“ gewidmet. Volker Kirchner stellt die Kontakte Neureuthers nach Wien vor.

An herausragender Stelle im Katalog dieser Ausstellung erscheint der Name Jutta Sika, Schülerin des Kunstgewerbelehrers Professor Koloman Moser. Jutta Sika entwarf 1901 ein Jugendstilservice, zunächst Porzellan, dessen Form so neu und überzeugend daherkam, dass es bei der Präsentation im November 1901 die Aufmerksamkeit von Kaiser Franz Joseph von Österreich weckte.

Danach stand dem Kaffee- und Teeservice die Welt offen. Es wurde auf Messen und Ausstellungen unter anderem in Turin und Berlin präsentiert. Die Kunstgewerbezeitschriften stellten dieses Service vor, und die Wiener Porzellanfirma Josef Böck vertrieb es unter dem Namen „Schule Prof. Kolo Moser“.

Es entstanden zwei stilistische Varianten. Die frühere aus Porzellan und mit Griffloch in den Handhaben (Henkeln) findet sich heute in fast jedem bedeutenden Kunstgewerbemuseum; die spätere, mit geschlossenen Handhaben, im MAK in Wien und im Keramikmuseum in Faenza (Italien).

Dieses spätere Service, entworfen wohl 1903, wurde im Frühjahr 1905 in der Kunstabteilung der Wächtersbacher Steingutfabrik als Auftragsarbeit in zwei Dekorvarianten für Josef Böck in Wien gefertigt und von dieser Firma vertrieben.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 24. April.

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