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Gericht spricht von Verrohung der Sitten

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigungen auf Udenhainer Kerb bestraft

05 Feb 2019 / 19:44 Uhr
    Brachttal-Udenhain/Gelnhausen (erd). Mit der Verurteilung endete das Verfahren gegen zwei Udenhainer vor dem Gelnhäuser Amtsgericht. Ihnen hatte die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet und diese aufs Übelste beleidigt zu haben. Deshalb müssen ein 55-Jähriger 3900 Euro und eine 26-Jährige 880 Euro Geldstrafe zahlen. Richterin Petra Ockert sieht das Strafmaß „am unteren Rand“, sprach von „einer Verrohung der Sitten“ und fehlendem Respekt.

    Richterin Petra Ockert blieb mit dem Urteil knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, teilte aber deren Bewertung des Tathergangs. Der Staatsanwalt hatte dabei vor allem den Aussagen der vier Polizeibeamten Glauben geschenkt. Und aus seiner Sicht lief der Hergang wie folgt ab: Ursache des Polizeieinsatzes auf der Kerb in Udenhain am 9. September 2017 war der Anruf einer jungen Frau, weil ihr Freund mit ihrem Bruder in Streit geraten war und „auszurasten““ drohte. Als die Polizei eintraf, hatte sich der junge Mann längst wieder beruhigt. Die wollte allerdings mit diesem sprechen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Als die Beamten das Zelt betraten, seien sie an der Ausübung ihrer Pflicht gehindert, übel beleidigt und sogar tätlich angegriffen worden. Das habe zum Einsatz von Pfefferspray geführt, was zu einer Eskalation der Lage geführt habe. In der Folge sei es nötig geworden, dass der Angeklagte zu Boden gebracht und fixiert wurde. Er nahm auch die Aussagen der anderen Zeugen zur Kenntnis, allerdings sehe er keine Motivation bei den Beamten, sich eine Geschichte auszudenken, zumal die beiden Streifen von verschiedenen Polizeistation kamen und in dieser Nacht ein loser Verbund waren. Der Staatsanwalt hielt dem Angeklagten zugute, dass er geständig und reuig war, gegen diesen sprach eine einschlägige Vorstrafe wegen Körperverletzung. Die Angeklagte ist zwar nicht vorbelastet, habe aber ihre Cousine zu einer Falschaussage gedrängt, was noch ein Nachspiel haben könnte.

    Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 6. Februar.

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