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Geschichtsbewusst und kinderfreundlich

Brachttaler Gemeindevertretung stellt Weichen für Gedenken und Zukunft

29 Jan 2019 / 23:13 Uhr
    Brachttal (erd). Eine Gemeinde mit Zukunft braucht Identität und attraktive Angebote. Deshalb hat die Brachttaler Gemeindevertretung gleich mehrere Anträge auf den Weg gebracht, die einerseits Erinnerung an die Vergangenheit wach halten und ebenso Weichen für die Zukunft stellen. Brachttal soll kinderfreundlich werden und kostenfreies WLAN bieten.

    Das Dritte Reich wirft auch auf die Gemeinde Brachttal lange Schatten. Um deren Aufarbeitung kümmert sich der Arbeitskreis „Opfer des Nationalsozialismus in Brachttal“. Es geht längst nicht mehr darum die Täter zu ermitteln, weil diese ohnehin nicht mehr leben und deren Nachfahren nicht für die Taten ihrer Ahnen verantwortlich gemacht werden können, sondern letztendlich darum ein Stück Brachttaler Geschichte aufzuarbeiten, den Opfern zu gedenken und auf diesem Weg dafür zu sorgen, dass sich deutsche Geschichte nicht wiederholt. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die ehemalige jüdische Gemeinde in Hellstein. Mit Tafeln und einer lebensgroßen Silhouette, die zwei jüdische Kinder zeigt, soll ein Denkmal geschaffen werden. Die Silhouette soll aus Stahl ausgeschnitten werden. Diese zeigt Erich und Johanna Grünebaum, die damals vor der Alten Schule standen. Und an genau jener Stelle soll künftig das Denkmal stehen. Zu dessen Einweihung, die voraussichtlich im Mai stattfinden soll, ist eben jener Erich Grünebaum eingeladen, der mit über 90 Jahren in den USA lebt, wohin er damals geflohen war. Er heißt inzwischen Eric Greene und möchte zu diesem Anlass nach Hellstein reisen. Um die Silhouette und die Gedenktafel anzufertigen und den Transfer Greenes und seiner Begleitung zu finanzieren, haben die Brachttaler Gemeindevertreter einstimmig 6000 Euro zur Verfügung gestellt. Da das Geld nicht ganz ausreichen wird, sind Spenden aus der Bevölkerung willkommen. Der Arbeitskreis tagt unter Leitung von Ernst Gottschalk und Heiner Gunia erneut am kommenden Montag, 4. Februar, um 19 Uhr im oberen Raum der Alten Schule in Hellstein.

    Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 30. Januar.

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