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Mode verändert die Rolle der Frau

Birstein-Brachttaler Filmemacher schicken ein Chanel-Kostüm auf Vogelsberg-Reise

08 Jul 2021 / 20:16 Uhr
Brachttal/Birstein (erd). Kleidung kann Ausdruck von Freiheit und Identität sein. Daher haben die Birstein-Brachttaler Filmemacher Britta Schäfer-Clarke, Jenny Schade, deren Mutter Rosemarie Schade und Fabian Volz ein Chanel-Kostüm „vom Weißen Haus in den Vogelsberg“ geschickt. In einem 14-minütigen Kurzfilm tritt es die Reise an und stellt die Frage, was Kleidung über Identität, Geschichte, kulturellen Hintergrund und die heimische Region verrät.

Ursprünglich waren für die Veranstaltungsreihe „Der mobile Kleiderschrank“ der Kulturregion Frankfurt-Rhein-Main auf Tour viele Events mit Publikum vorbereitet worden, doch bedingt durch die Corona-Pandemie mussten geplante Live-Auftritte in der Gemeinde Brachttal umgedacht und in anderen Formaten gezeigt werden. Mit im Boot waren zudem der Verein Industriekultur Steingut, das Lindenhof-Museum und die Schades, die auf www.vogelsberg-geschichten.de Geschichte und Geschichten aus der Region sammeln.

Statt einer Modenschau kam es nun zu einer Ausstellung im lokalen Ladengeschäft „Landglück“, dem früheren „Brachtwerk“, und gestreamten Live-Vorträgen von Pascal Hess und Angie Henn. Die von Britta Schäfer-Clarke und Jenny Schade geplante Live-Performance wurde zusammen mit Kameramann Fabian Volz von „Special Defects“ corona-konform als experimenteller Kurzfilm realisiert. Mittel für die Events hatten der damalige Erste Beigeordnete Roland Tzschietzschker und Rosemarie Schade bei der Kulturregion gestellt, so dass auch das Low-Budget-Filmprojekt starten konnte.

Filmemacherin Britta Schäfer-Clarke hatte die Idee zu dem Film, der durchaus autobiografische Züge trägt, aber dennoch der Fiktion zuzurechnen ist. Schäfer-Clarke erinnerte sich an zwei Chanel-Kostüme ihrer Mutter und ihrer Großmutter, die seit langem im Schrank hingen. Diese stammten zwar nicht im Original von Coco Chanel, sondern waren nach deren Schnittmustern bei Schneidermeister Emanuel Rebhahn in der Birsteiner Sudetenstraße auf Maß genäht worden – sozusagen Klassiker der Mode aus den 50er Jahren und zugleich eine Stilikone der Emanzipation. Coco Chanel hatte bereits in den 20er Jahren die Modewelt auf den Kopf gestellt. Sie trug Hosen und entwarf später das „kleine Schwarze“. In den 50er Jahren befreite sie mit ihren Kostümen die Frauen aus dem Modediktat männlicher Modepäpste. Steif und unbeweglich war die Mode damals – Röcke eng, Taille schmal. Chanels neuer Look „New Look“ befreite die Frauen nicht nur körperlich, sondern läutete mit der neuen Bewegungsfreiheit auch ein Stück Emanzipation ein. Gleichzeitig war es ein neuer Chic, den Frauen wie Jackie Kennedy, Brigitte Bardot, Liz Taylor oder Romy Schneider in die Welt hinaus trugen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 9. Juli.

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