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Sensibles Ökosystem erhalten

Bürgerinitiative Naturschutz Erlenwiese kritisiert politische Doppelmoral

24 Aug 2020 / 22:59 Uhr
Brachttal-Schlierbach (re). Die Bürgerinitiative Naturschutz Erlenwiesen (BINSE) kämpft weiter um den Erhalt der Erlenwiesen bei Schlierbach, für die ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Die BI hält das Gelände allerdings für schützenswert aufgrund seiner Quellen und seiner Flora.

Vergangenen Monat habe sich auf der Bürgerversammlung zum Raumordnungsverfahren der Deutschen Bahn ein erneutes Beispiel Brachttaler Doppelmoral in Sachen Naturschutz geboten, schreibt Evguenia Krymchanska für die BI. Einerseits wiesen Vertreter der Bürgerinitiative „Pro Brachttal“ darauf hin, dem Erhalt der Natur unbedingte Priorität vor den Interessen des Menschen einzuräumen: Könne die Bahn auf alternative Baustandorte ausweichen, sei die Natur an dieser Stelle unwiederbringlich verloren. Diese Aussage bekräftigten Vertreter der Gemeinde und betonten die Notwendigkeit frühzeitigen Widerstandes, der in Brachttal bereits vorbildlich funktioniert habe. Man sei stolz darauf, hieß es, eine Vorreiterrolle in der kommunalen Widerstandskultur der Region gegen die Bahn einzunehmen, insbesondere, da verbriefte Verpflichtungen zum Landschafts- und Klimaschutz die Gemeinde zu hoher Verantwortung gegenüber Eingriffen in die Natur zwangen.

Auf der anderen Seite schwele unter der Oberfläche aber ein weiterer Konflikt, der die Gemeindeverwaltung als Verantwortliche in ein moralisches Dilemma bringe. Ein Blick ins Gemeindegebiet offenbare nämlich eine andere drängende Gefahr für die Natur vor der Haustür, die zu bewahren die Gemeinde ebenso verpflichtet sei, über welche sie sich jedoch seit Monaten in beharrliches Schweigen hülle. Am Ortsrand von Schlierbach auf den Erlenwiesen lägen knapp acht Tausend Quadratmeter intakter Natur auf dem Reißbrett der Planer, sensible Ökosysteme und seltene Lebensräume, die in Wald, Wasser und halboffener Landschaft eine üppige und schützenswerte Flora und Fauna beherbergen.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 25. August.

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