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Stilprägend für eine ganze Epoche

Zum 100. Todestag Christian Neureuthers, dem Erfinders des Wächtersbacher Jugendstils

14 Jan 2021 / 21:16 Uhr
Brachttal-Schlierbach (re). Christian Neureuther zählt zweifelsfrei zu den Künstlern, die den Jugendstil in Deutschland nachhaltig beeinflusst und geprägt haben. Zahlreiche Kunstkritiker und -experten haben seine Werke in zeitgenössischen Fachzeitschriften und Modejournalen gewürdigt. Viele seiner Arbeiten wurden von bedeutenden Museen und Galerien aufgekauft und ausgestellt. Auch in Sammlerkreisen erfreuen sich die Jugendstilexponate großer Beliebtheit und stehen noch heute hoch im Kurs. Der Museums- und Geschichtsverein Brachttal würdigt den großen Künstler und Keramikdesigner zu dessen 100. Todestag.

Der am 19. Januar 1868 in Untersotzbach geborene Keramikdesigner lebte schon früh im Brachttal. Er wohnte dort in einem „fürstlichen“ Wohnhaus am Eisenhammer in Neuenschmidten. Sein Vater hatte im „Wächtersbacher Sägewerk“, wie sich das Neuenschmidter Möbelwerk bis 1908 nannte, eine Anstellung als Schreiner gefunden. Am 30. Oktober 1882 begann Christian Neureuther als Schmelzmalerlehrling in der Wächtersbacher Steingutfabrik eine vierjährige Lehre. Der damalige Fabrikdirektor Max Rösler wurde schon frühzeitig auf Neureuthers Talent aufmerksam und schickte ihn für zwei Jahre (1886 und 1887) auf die Zeichen-, Mal- und Modellierschule von Prof. Louis Hutschenreuther nach Lichte in Thüringen. Nach dem Weggang Röslers bat Neureuther den neuen Fabrikleiter Dr. Richard König um eine weitere Fortbildung. Auch er war von Neureuthers Können überzeugt und ermöglichte ihm ein Studium an der „Königlichen Kunstgewerbeschule“ in München, die damals zu den renommiertesten Ausbildungsstätten im Kunstgewerbe gehörte. 1893 kehrte Neureuther von dort mit glänzenden Zeugnissen nach Schlierbach zurück. Am 7. Mai 1897 heiratete er Emma Kraft, die Tochter des Gastwirtes (Gasthaus zum Erbprinzen) und Küfers August Kraft aus Birstein. Kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende errichtete er sein Wohnhaus im Schlierbacher Kolonieweg, wo es heute noch fast im Originalzustand zu sehen ist.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 15. Januar.

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