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Wildkatzen an den Erlenwiesen

Bürgerinitiative Naturschutz Erlenwiesen (BINSE) fordert Einhaltung des Naturschutzes

21 Mrz 2021 / 14:11 Uhr
Brachttal-Schlierbach (re). Ein ungewöhnliches Kätzchen beschäftigt die Bürgerinitiative Naturschutz Erlenwiesen (BINSE): Denn seit wenigen Tagen liegt die Bestätigung eines Gentests aus dem Forschungsinstitut Senckenberg vor, dass es sich bei dem Tier um eine europäische Wildkatze handelt. Gefunden wurde es auf einem Nachbargrundstück der Erlenwiesen in Schlierbach – einem Gebiet, auf dem die Bürgerinitiative seit über einem Jahr gegen ein geplantes Baugebiet kämpft. Allein der Nachweis einer Wildkatze könnte für das Bauvorhaben das Aus bedeuten.

Mitglieder der Bürgerinitiative hatten im Spätherbst vergangenen Jahres das damals wenige Wochen alte Kätzchen verlassen auf ihrem Grundstück an der Grenze zu den Erlenwiesen entdeckt und für eine Hauskatze gehalten. Das sich bei seinem Einfangen heftig zur Wehr setzende Tier wurde zunächst zu einer Tierärztin gebracht. Kurze Zeit später die erfreuliche Nachricht: Alles deute darauf hin, dass das vermeintliche Hauskätzchen ein Wildkatzenjunges sei. Daher wurde es umgehend einer Wildtieraufzuchtstation übergeben, wo es bis jetzt den Winter verbracht hat und demnächst wieder ausgewildert werden soll.

Die ersten Wildkatzen streiften bereits als Zeitgenossen von Säbelzahntigern durch Europa. Im letzten Jahrhundert rotteten Jäger ihren Bestand jedoch fast aus. Erst seit sie hierzulande 1934 unter eine ganzjährige Schonzeit gestellt wurden, kehren die nachtaktiven Raubtiere wieder zurück. Dabei bevorzugen sie naturbelassene und störungsarme Wälder, wo ihnen Baumhöhlen, Felsspalten, Totholz oder Brombeerdickichte abwechslungsreiche Versteck- und Wurfmöglichkeiten bieten. Für ihre Jagdgewohnheiten eignen sich offene Waldflächen aus Lichtungen oder Wiesen besonders gut. Haben sich Wildkatzen einmal angesiedelt, bleiben sie meist ortstreu.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 22. März.

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