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Abschied von der letzten Baronin

Requiem für Karin von Savigny in der Sankt-Anna-Kirche / 87-Jährige in der Familiengruft auf Hof Trages beigesetzt

23 oct 2016 / 17:52 Uhr
Freigericht-Somborn (huh). Zur Orgelmelodie zu „Eine große Stadt ersteht“ ziehen Kaplan Jens Körber und Diakon Michael Freiherr von Boeselager – ein Neffe der am Mittwoch vor einer Woche im Alter von 87 Jahren verstorbenen Karin von Savigny (die GNZ berichtete) –in die Somborner Sankt-Anna Kirche ein. Nach dem feierlichen Requiem ist die letzte Baronin von Hof Trages am Samstagnachmittag in der Familiengruft unter der Schlosskapelle auf Hof Trages beigesetzt worden.

Kaplan Jens Körber, der Pfarrer Ulrich Schäfer vertrat, kondolierte in der Totenmesse zunächst den Angehörigen. Er betonte, dass Karin von Savigny, immer für alle Gemeindemitglieder der Kirchengemeinde Sankt Anna und vor allem für die Kinder eine offene Tür hatte. „Die Kindergartenkinder besuchten sie öfters und sie hatte immer Süßigkeiten für sie bereit“, erinnerte sich Körber.

Nach der Lesung von Hubertus von Groothe aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher, verlas Diakon Michael Freiherr von Boeselager das Evangelium mit der „Seligpreisung aus Matthäus 5, 1-12a. Danach spielte Daniel von Savigny, einer der Enkel der Toten, auf seinem Cello die Johann-Bach-Suite in G-Dur, 1 bis 3. und zur Gabenbereitung folgte nach der Predigt das Lied „So nimm denn meine Hände, und führe mich...“ – von der gesamten Gemeinde gesungen.

Diakon von Boeselager aus der Erzdiözese Paderborn betonte: „Unser Leben endet nicht in einer Sackgasse. Am Schluss steht keine hohe, unüberwindliche Mauer. Der Tod ist Tür und Tor, Durchgang, Übergang, Hinübergang zum ewigen Leben.“ Darauf habe auch Karin von Savigny ein Leben lang gehofft. Nun könne sie Jesus Christus ganz nahe sein. Der Diakon schilderte den Werdegang seiner verstorbenen Tante. „Sie hat stets mit viel Freude das Aufwachsen ihrer Kinder erlebt, mit den Schwiegerkindern und Enkeln. In ihrer Zeit auf Hof Trages war sie sehr glücklich und engagiert, auch in der Kommunalpolitik, besonders im Bereich Schule, die ihr sehr am Herzen lag. Mit ihrer Familie hat sie sehr schöne Zeiten auf dem Hofgut erlebt.“

Michael Freiherr von Boeselager fand auch deutliche Worte in Richtung der Nachkommen: „Karin von Savigny hielt immer die Tradition der Familie sehr hoch, was nun als Erbe auf die nächste Generation übergeht. So gilt es, diese Tradition zur Bewahrung und Verpflichtung gleichzeitig anzunehmen.“ In den letzten Jahren ihres Lebens, so berichtete der Geistliche, wohnte Karin von Savigny im „Schweizer Haus“ auf Trages. „Ihr Leben war zuletzt doch sehr mühsam und von Krankheiten gezeichnet.“

Er richtete dann den Blick auf das Morgen. „Seien wir wachsam und stets bereit. Wir wissen nicht, wann der Tod an unsere Tür klopft. Jeder Tag, den Gott uns schenkt, ist eine Chance. Jeder Tag sollte ein neuer Anfang sein. Nutzen wir die Zeit. Leben wir so, dass wir das Ziel unseres Lebens erreichen und einst, wie es uns verheißen, zur ewigen Vollendung gelangen.“

Es folgten die Fürbitten, vorgetragen von den 13 Enkeln der Verstorbenen: Johann Schorr, Rebecca Schorr, Johanna Haffner, Antonia Haffner, Clara von Savigny, Daniel von Savigny, Christian von Savigny, Lukas von Savigny, Leonhard von Savigny, Sienna von Savigny und –aus Südafrika angereist – die Enkel Fritz von Loeper-Schoemann Junior, Karin von Loeper-Schoemann und Liesel von Loeper-Schoemann. Eine weitere Enkelin, Marliese von Loeper-Schoemann, die auch in Südafrika lebt, konnte die Reise nicht antreten, da sie in diesen Tagen ein Kind erwartet. Die Fürbitten beinhalteten vor allem Danksagungen wie „Für die 87 Jahre, die unsere liebe Oma unter uns gelebt hat“ oder „Für Omis Sorge zum Wohl der Familie“.

Nach der Kommunion spielten Clara von Savigny auf der Geige und ihre Mutter Claudia von Savigny, Kantorin im Dekanat Dreieich, auf der elektronischen Orgel die Sonate in D-Dur von Georg Friedrich Händel. Zur Danksagung im Requiem sangen dann alle gemeinsam „Das ist der Tag, den Gott gemacht“, das Abschlusslied „In Paradisum“ erklang zur Melodie „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven. Kantorin und Sopranistin Dorina Reichling hatte das Kyrie und vor dem Evangelium das Lied „Im Hause meines Vaters“ dargeboten. An der Orgel begleitete Helmuth Smola die Gottesdienstbesucher zum Gesang.

Die Kollekte des Requiems fließt auf Wunsch der Familie Hubertus und Sabine von Savigny in die Gemeindearbeit der Sankt-Anna-Pfarrei. An der Trauerfeier nahmen auch Fritz von Loeper-Schoemann (Südafrika), Peter und Bettina Schorr (Vachendorf), Christiane von Savigny (Isernhagen), Dr. Michael und Claudia von Savigny (Bad Homburg), Peter von Savigny und Kirsten Pötting (Berlin), Hans-Heinrich und Sigrid von Loeper (Bedburg), Freiherr und Freifrau Raban und Gisela von Canstein, geborene von Loeper (Bornheim/ Rheinland) mit ihren Familien sowie weitere Verwandte teil. Auch Bürgermeister Joachim Lucas und Landtagsabgeordneter Hugo Klein nahmen Abschied von Karin von Savigny.

Nach dem Requiem ging es auf Hof Trages in die Kapelle, einem neugotischen Bau im barocken Park, die 1866 erbaut wurde. Dort war der Sarg der Verstorbenen aufgebahrt. Es folgte die Aussegnung und Beisetzung in der Familiengruft durch Kaplan Jens Körber und Diakon Michael Freiherr von Boeselager. Die kleine Feierstunde im Kreis der Familie wurde wiederum von Daniel, Clara und Claudia von Savigny umrahmt.

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