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AG will Spessartring nur reparieren

Grundhafte Erneuerung ist in Freigericht vom Tisch: Pilotprojekt für fünf Jahre

08. September 2022 / 19:19 Uhr
Freigericht (tsl). „Mein Beitrag zur Straße“: 13 989 Euro, 23 565 Euro, 58 029 Euro steht auf den Schildern, die die Bürger am Mittwochabend vor dem Somborner Rathaus in die Luft hielten. Vor der Sitzung der AG „Grundhafte Erneuerung oder Instandhaltung von Verkehrsflächen“ hatten sich etwa 80 Anwohner der betroffenen Straßen versammelt, um gegen die Straßenausbaugebühren zu demonstrieren. In der Sitzung war die grundhafte Erneuerung dann erst einmal vom Tisch – damit entstehen für die Bürger in den nächsten fünf Jahren keine Kosten. Am Ende der Diskussion stand ein Kompromiss: So sollen die Straßen lediglich in Form eines Pilotprojekts repariert werden – das Ergebnis wird über einen Zeitraum von fünf Jahren begutachtet.

„Im Spessartring wohnen Familien mit kleinen Kindern, die Angst haben, dass sie ihr Haus verkaufen müssen“, sagt eine Demonstrantin. Eine andere nickt dazu. „Wir wohnen erst ein Jahr dort“, sagt sie, am Haus, das sie gekauft haben, müsse viel renoviert werden. Nun sollten noch Kosten von 27 991 Euro dazukommen, wie auf ihrem Schild steht. „Wir sind erschrocken, als wir den Betrag gesehen haben.“ Eine andere Demonstrantin vermisst „eine Offenheit für das Modell Rednitzhembach“, ein System, bei dem der Unterbau der Straße nicht neu aufgebaut wird.

Im Rathaus hatten sich dann etwa zehn Bürger eingefunden, die die Sitzung verfolgten, statt das Spiel von Eintracht Frankfurt zu schauen. Vorsitzender Florian Altmann (CDU) betonte aber, dass es keine Diskussion außerhalb des Gremiums geben werde. Altmann ging auf den Ortsttermin vom Juli ein. Damals hatte sich der Fachmann Wolfgang Engelhaupt den Spessartring angesehen. Die Verwaltung wurde aufgefordert, Kostenschätzungen einzuholen. Sollte eine grundhafte Erneuerung 2018 noch 660 000 Euro kosten, so sind es nun etwa 1,2 Millionen. „Da liegt die Zahl von 1,5 Millionen, die auf dem Rathausplatz genannt wurde, gar nicht so weit entfernt“, sagte Altmann. „Im Vergleich zu 2018 haben sich die Kosten also fast verdoppelt.“ Eine „ordentliche Reparatur“, bei der Fahrbahndecke, Gehsteige und Wasserablaufrinnen saniert werden, würde etwa mit 420 700 Euro zu Buche schlagen.

Mehr lesen Sie am 9. September in der GNZ.

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