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Das Smartphone ist eine Waffe!“

Prof. Dieter F. Braus erklärt wie Smartphones die Gehirnentwicklung beeinflussen

20 Okt 2019 / 17:20 Uhr
Freigericht-Somborn (jus). Nur 50 Jahre ist es her, dass der erste Mensch den Mond betreten hat. Seither hat vor allem die digitale Welt eine rasante Entwicklung genommen. Doch konnte der Mensch mit dieser tatsächlich Schritt halten? Unter dem Titel „Vom Steinzeitmensch zum Smartphone-User“ erklärte Prof. Dr. Dieter F. Braus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an den Helios Dr. Horst Schmidt-Kliniken in Wiesbaden. Dabei schilderte der Experte anschaulich und gut verständlich die Entwicklungsmechanismen des menschlichen Gehirns und welche Auswirkungen digitale Medien auf dieses haben.

Die Vorgänge im menschlichen Gehirn sind komplex. Ausgefeilte biochemische Reaktionen sorgen dabei für Lernerfolge und die Festigung wichtiger Fähigkeiten. Gerade in der Kindheit und Pubertät befindet sich das Gehirn dabei noch in der Entwicklungsphase, wie Braus erklärt. Um gut zu reifen, brauche das Gehirn dabei Zeit. Eine wichtige Rolle hierbei spielt das Dopamin-System. Gerade digitale Medien, insbesondere Online-Spiele verursachen dabei eine vermehrte Dopamin-Ausschüttung, was eine entsprechende Desensibilisierung des Gehirns zur Folge habe oder zu Suchtproblematiken führen könne. „Kinder sind eigentlich Spiel-Maschinen“, erklärt der Fachmann. Für sie ist Spielen ein Grundbedürfnis. Über das Spiel werde dabei eine ganze Palette an Fähigkeiten im sensorischen und motorischen Bereich vermittelt. Mit Blick auf den Bereich der Online- und Computerspiele stellte Braus deshalb in Frage, ob der Begriff „Spielen“ in diesem Zusammenhang tatsächlich richtig sei. So unterscheide man im englischen Sprachgebrauch das klassische Spielen in die drei Bereiche Playing, Gaming und Gambling.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 21. Oktober.

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