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Ehrenamtliche Großproduktion

Gesichtsmasken aus Freigericht sind kreisweit in Pflegeeinrichtungen gefragt

01 Apr 2020 / 18:13 Uhr
Freigericht-Somborn (mab). Nähen ist ihre große Leidenschaft. Doch wo Tanja Schwarz aus Somborn sonst Taschen, Accessoires oder Deko-Artikel entwirft, arbeitet sie derzeit an Gesichtsmasken, die helfen sollen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Und sie ist nicht alleine. Vor elf Tagen hat sie im Internet nach Mitstreiterinnen gesucht. Heute gehören 70 Mitglieder zur Facebookgruppe „Nähen um zu Helfen“. Insgesamt haben sie bereits mehr als 700 Masken produziert.

Vor rund vier Jahren hat Tanja Schwarz in einem Volkshochschulkurs ihre Leidenschaft für das Nähen entdeckt. Seit dem stellt sie alles her, was ihr in den Sinn kommt, besonders gerne Taschen. „Ich nähe alles außer Kleidung“, meint Schwarz. Ihre Produkte bietet sie unter anderem auf Märkten an. Aktuell arbeitet sie jedoch nicht an Kissen, Tüchern oder Osterschmuck, sondern produziert sogenannte „Mund-Nasen-Abdeckungen.“ Auf diese Sprachregelung hat sie sich mit ihren Mitstreiterinnen geeinigt, da die Bezeichnung Schutzmasken rechtlich problematisch ist.

„Ich wusste, dass viele Leute in anderen Kommunen an Gesichtsmasken arbeiten, aber von entsprechenden Angeboten in Freigericht hatte ich bis dahin noch nichts gehört.“ Also beschloss sie zu handeln. Vor elf Tagen hat sie die Facebookseite „Nähen um zu helfen“ gegründet.

Im Vordergrund will die 41-Jährige allerdings nicht stehen. Der Dank gebühre vielmehr ihren „Mädels“, wie sie ihre Mitstreiterinnen nennt, die täglich zu Hause an den Masken arbeiten. Und die könnten gefragter nicht sein. 700 Exemplare haben die Freigerichterinnen bereits produziert. Die Gruppe zählt aktuell mehr als 70 Mitglieder. Rund 50 Frauen nähen, 20 weitere unterstützen die Ehrenamtlichen mit Sachspenden.

Mehr: GNZ vom 2. April.

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