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„Es geht ums blanke Überleben“

Marlies Brandt aus Horbach kämpft gegen Hungersnot in Südindien

13 Jul 2020 / 19:19 Uhr
Freigericht-Horbach (km). Mit ihrer Sammelaktion „Marlies and Friends“ hat Marlies Brandt in den vergangenen Wochen Geld gesammelt, mit dem neue Klassenräume für Schüler im südindischen Kerala gebaut werden konnten (die GNZ berichtete). Jetzt will die Horbacherin die Menschen in der Region unterstützen, die aktuell von einer Hungerkatastrophe erschüttert wird.

Seit Jahren verbringt Marlies Brandt aus gesundheitlichen Gründen ihren Ayurveda-Urlaub in Südindien. Hierdurch sind viele Kontakte zu den Menschen in der Region entstanden. Viele Familien sind zu arm, um ihren Kindern Schulmaterialien und Schulkleidung zu finanzieren. Der Weg in eine staatliche Bildungseinrichtung bleibt den Betroffenen so verwehrt.

Mithilfe von Spenden aus dem Main-Kinzig-Kreis konnten zwischenzeitlich viele Schuluniformen und Lernmaterialien gekauft werden. Hierfür spricht Brandt den Spendern großen Dank aus. Nachdem zwischenzeitlich zwei neue Klassenräume mithilfe der Aktion „Marlies and Friends“ fertiggestellt werden konnten, haben nun 50 Kinder die Möglichkeit, den Unterricht zu besuchen. Sie erhalten die Perspektive, sich für einen Arbeitsplatz zu qualifizieren, etwas, dass ihren Eltern nicht möglich war. Denn nur Bildung, weiß die Horbacherin, kann die Endlosschleife der Armut durchbrechen.

Doch mittlerweile hat sich durch die Corona-Pandemie die Not der Menschen in Kerala noch verschärft. Die Anwohner dürfen seit Monaten nicht mehr zum Fischen aufs Meer fahren, ihre Familien leiden Hunger, da die Bewohner des Fischerdorfes kein Geld mehr haben, um Nahrungsmittel zu kaufen. Und nicht nur die Fischer sind betroffen. Auch die Tuk-Tuk-Fahrer und die fliegenden Händler sitzen zu Hause und haben keine Einkommen. Der Tauschhandel liegt ebenfalls brach.

Neben der Pandemie ist auch die große Überschwemmung in Kerala eine Ursache der Hungersnot. Die Betroffenen werden von der Regierung notdürftig mit Reistüten versorgt. Auch Marlies Brandt unterstützt mit ihrer Aktion die Menschen in drei Dörfern. Dabei arbeitet sie eng mit dem örtlichen Lehrer Joy Solomon und seinen Helfern zusammen.

Jede Woche trägt Solomon mit den Unterstützern Nahrung zu den Familien in die betroffenen Gebiete. Eine Tüte Reis, eine Tüte Gemüse, eine Flasche Öl und ein paar Eier – was in Deutschland eine Kleinigkeit ist, hilft in Indien, Leben zu retten. „Unsere Spendenaktion unterstützt zwischenzeitlich drei Dörfer mit Essen. Es sind mehr als 200 Familien – das heißt, es sind mehr als 800 Menschen, die seit sechs Wochen durch unsere Aktion mit Nahrung versorgt werden. Diese Aktion braucht die Unterstützung ganz vieler Menschen“, bittet Marlies Brand um weitere Spenden. Auch kleine Beträge können sich zu größeren summieren und Leben retten, ist der Horbacherin wichtig.

„Leider können wir nicht die Welt retten – aber jeder kleine Beitrag kann helfen. Für die Menschen in Südindien geht es ums blanke Überleben.“ Für Fragen und weitere Informationen steht Brandt unter Telefon 06055/1771 zur Verfügung. Spenden können an das folgende Konto der VR Bank Büdingen überwiesen werden: BIC-GENODEF1LSR – Konto – DE 155 066 1639 0101 820 311.

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